Initiative zieht Bilanz
„Der Eisenman-Brunnen wird kommen“

Münster -

Die Initiative „Dein Brunnen für Münster“ ist zuversichtlich, dass es ihr gelingen wird, den Eisenman-Brunnen nach Münster zurückzuholen. Er war eines der beliebtesten Kunstwerke der Skulptur-Projekte 2017.

Sonntag, 25.11.2018, 07:00 Uhr
Die Initiative „Dein Brunnen für Münster“ will den Eisenman-Brunnen wieder an die Promenade zurückholen (v.l.): Maria Galen, Soetkin Stiegemeier-Oehlen und Uta Ramme
Die Initiative „Dein Brunnen für Münster“ will den Eisenman-Brunnen wieder an die Promenade zurückholen (v.l.): Maria Galen, Soetkin Stiegemeier-Oehlen und Uta Ramme Foto: kal

Das Projekt „ Dein Brunnen für Münster “ befindet sich auf der Zielgeraden. Der Verein will den Brunnen der amerikanischen Künstlerin Nicole Eisenman, der bei den Skulptur-Projekten 2017 zu den beliebtesten Kunstwerken zählte, an die Promenade zurückholen. Über den aktuellen Stand der Bemühungen sprach unser Redakteur mit den drei Vorstandsmitgliedern Maria Galen, Soetkin Stiegemeier-Oehlen und Uta Ramme.

Das Kunstwerk kostet 600.000 Euro – wie viel Geld haben Sie mittlerweile beisammen?

Galen: 325.000 Euro, und das ist wunderbar. Unser Ziel war es immer, dass die Bürger mindestens die Hälfte der Summe beisteuern.

Stiegemeier-Oehlen: Damit liegen wir im Plan.

Galen: Was wir Anfang des Jahres nicht gedacht hätten.

Ramme: Jetzt sind wir sicher, dass der Brunnen kommen wird.

Galen: Die Bürgerbewegung, die wir angestoßen hatten, läuft bis zum 31. Dezember 2018. Wir hoffen, dass bis dahin noch weitere Spenden eingehen – und so die 400.000-Euro-Marke knacken können.

Skulptur-Projekte 2017: Eisenman-Brunnen erneut beschädigt

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  • Zum zweiten Mal wurde die Skulptur von Nicole Eisenman an der Kreuzschanze Opfer von Vandalismus – einer weiteren Gipsfigur wurde der Kopf fast abgetrennt. Foto: Matthias Ahlke
  • Zum zweiten Mal wurde die Skulptur von Nicole Eisenman an der Kreuzschanze Opfer von Vandalismus – einer weiteren Gipsfigur wurde der Kopf fast abgetrennt. Foto: Matthias Ahlke
  • Zum zweiten Mal wurde die Skulptur von Nicole Eisenman an der Kreuzschanze Opfer von Vandalismus – einer weiteren Gipsfigur wurde der Kopf fast abgetrennt. Foto: Matthias Ahlke
  • Zum zweiten Mal wurde die Skulptur von Nicole Eisenman an der Kreuzschanze Opfer von Vandalismus – einer weiteren Gipsfigur wurde der Kopf fast abgetrennt. Foto: Matthias Ahlke
  • Zum zweiten Mal wurde die Skulptur von Nicole Eisenman an der Kreuzschanze Opfer von Vandalismus – einer weiteren Gipsfigur wurde der Kopf fast abgetrennt. Foto: Matthias Ahlke
  • Zum zweiten Mal wurde die Skulptur von Nicole Eisenman an der Kreuzschanze Opfer von Vandalismus – einer weiteren Gipsfigur wurde der Kopf fast abgetrennt. Foto: Matthias Ahlke

Ihre Bemühungen werden aber danach noch weiterlaufen, oder?

Galen: Es sind noch Förderanträge unterwegs, über die erst im kommenden Jahr entschieden wird. Zudem laufen noch Verhandlungen mit Unternehmen. Mitte kommenden Jahres werden wir dann wissen, wo wir stehen.

Stiegemeier-Oehlen: Private Spenden sind nach dem 31. Dezember 2018 natürlich weiter möglich.

Ramme: Großspenden sind ebenfalls willkommen. Es gab in den vergangen Monaten auch Zusagen, die nicht eingehalten wurden. Daraus haben wir gelernt.

Wie hoch war eigentlich die größte Einzelspende?

Galen: Eine Privatperson hat 100.000 Euro gespendet.

Ramme: Genauso beeindruckt hat mich die Spende eines elfjährigen Mädchens, das an einen unserer Werbestände kam und sagte, dass ihr der Brunnen gefallen habe. Sie spendete zwei Euro.

Wie viel Geld haben Sie bei den Stiftungen beantragt?

Galen: 350.000 Euro.

Sie hoffen auch auf eine Förderung durch die Stadt.

Galen: Kommende Woche diskutiert der Kulturausschuss über unseren Antrag auf eine Förderung mit 50.000 Euro.

Haben Sie im Vorfeld mit den Fraktionen gesprochen?

Stiegemeier-Oehlen: Mit CDU, SPD und Grünen. Die CDU hat einstimmig beschlossen, unser Vorhaben zu unterstützten. Bei SPD und Grünen gab es anfangs auch skeptische Stimmen. Die wurden allerdings leiser, als wir erklärt hatten, was hinter dem Kunstwerk steht – nämlich der Appell zu Frieden, Toleranz und Gleichberechtigung.

Wie findet der Oberbürgermeister Ihr Engagement?

Ramme: Er hat die Brunneninitiative von Anfang an unterstützt. Schließlich ist unsere Botschaft: „Wir zusammen für Münster“.

Wie geht es nun weiter?

Ramme: Wenn wir das Geld zusammenhaben, dann werden wir eine Stiftung gründen. Diese wird als Eigentümerin des Brunnens auftreten und sich um den laufenden Betrieb kümmern.

Es reicht ja nicht, nur den Brunnen zu kaufen.

Galen: Richtig. Wir haben 100 000 Euro für den Aufbau des Brunnens veranschlagt und hoffen da noch auf einen Großspender.

Wann wird das Kunstwerk stehen?

Stiegemeier-Oehlen: Wir haben mit der Galerie von Nicole Eisenman vereinbart, dass das bis zum 30. Juni 2020 der Fall sein soll.

Ramme: Sobald wir das Geld im Sommer 2019 zusammenhaben, werden wir die Künstlerin mit dem Projekt beauftragen.

Wo befinden sich die Figuren von 2017 im Moment?

Galen: Sie sind inzwischen wieder in New York, wo Nicole Eisenman ihr Atelier hat.

Wie bewerten Sie auf einer Skala von 1 (unwahrscheinlich) bis 10 (sehr wahrscheinlich) die Chancen auf Realisierung Ihres Vorhabens?

Stiegemeier-Oehlen: 15. Ich bin immer davon ausgegangen, dass das klappen wird.

Galen: 9,5. Die Stimmung ist sehr gut, alles hat bislang super geklappt. Wir hoffen, dass sich zum Schluss noch einmal viele Menschen einen Ruck geben und in die Puschen kommen, noch Geld zu überweisen.

Ramme: 10. Denn ein Zurück wäre schwierig. Ich bin außerdem der Überzeugung, dass es sich Münster nicht leisten kann, ein Kunstwerk mit dieser Aussage nicht in die Stadt zurückzuholen. So können wir dann am Ende sagen: „Wir Münsteraner haben es geschafft!“

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