Leserführung durch eines des best erhaltenen Prinzipalmarkt-Häuser
Kaffeehaus-Tradition trifft Modedesign

Münster -

Leser blickten im Rahmen unserer Prinzipalmarkt-Serie hinter die Kulissen des Gebäudes aus dem 17. Jahrhundert, das über Jahrzehnte Stammsitz des Traditionscafés Kleimann war. Heute wird hier schwedische Mode angeboten.

Sonntag, 25.11.2018, 11:00 Uhr aktualisiert: 25.11.2018, 14:50 Uhr
Die Balken des ehemaligen äußeren Lastenaufzugs ragen noch in diesen Büroraum des Modegeschäfts Gudrun Sjödén. Mitarbeiterin Simone Hagemann zeigt anhand von Bildern den Umbau.
Die Balken des ehemaligen äußeren Lastenaufzugs ragen noch in diesen Büroraum des Modegeschäfts Gudrun Sjödén. Mitarbeiterin Simone Hagemann zeigt anhand von Bildern den Umbau. Foto: Oliver Werner

Da stehen sie nun zwischen extravagant bunter schwedischer Mode in der ehemaligen Backstube von Café Kleimann und lassen beim Betrachten der umgebauten Räume im Prinzipalmarkt-Haus Nummer 48 ihrer Erinnerung auf die Sprünge helfen. Unter den Teilnehmern der Leserführung durch das schwedische Modehaus Sjödén sind viele Stammkunden des Traditionscafés, die über die verwinkelten Etagen bis unter das Dach steigen. Wo früher Kleimanns Eismaschine stand, „ist heute unser Mitarbeiterraum“, erzählt Filialleiterin Melanie Sauer.

Sie reicht Fotografien in die Runde, die den sukzessiven Umbau des 2016 aufgegebenen Cafés dokumentieren. Von dem alten äußeren Lastenaufzug, dessen Holzbalken noch weit in den Büroraum des Modegeschäfts ragen, wurden früher nicht nur Mehlsäcke, sondern später auch die Kleimann-Torten ins Parterre des Cafés transportiert.

Draußen in der Seitengasse neben dem Haus aus dem 17. Jahrhundert fällt der Blick auf Reste der Immunitätsmauer, die um 1270 erbaut wurde, um die Grenze zwischen dem Bereich des Doms und der Bürgerstadt zu ziehen. Rund 100 Jahre lang, zwischen 1825 und 1925, betrieb in dem sukzessive erweiterten Haus die Tuchhandlung Deiters ihr Geschäft, hat Melanie Sauer recherchiert. Es folgte für rund zehn Jahre eine Kaffee-Hag-Niederlassung aus Bremen, bis das Haus 1934 von der Familie Kleimann übernommen wurde, die auch heute noch die oberen Etagen bewohnt.

Hinter Prinzipalmarkt-Kulissen

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  • Wo bis 2016 das Traditionscafé Kleimann seinen Sitz hatte, wird heute schwedische Mode präsentiert. Leser blickten hinter die Kulissen des Hauses aus dem 17. Jahrhundert. Foto: Oliver Werner
  • Wo bis 2016 das Traditionscafé Kleimann seinen Sitz hatte, wird heute schwedische Mode präsentiert. Leser blickten hinter die Kulissen des Hauses aus dem 17. Jahrhundert. Foto: Oliver Werner
  • Wo bis 2016 das Traditionscafé Kleimann seinen Sitz hatte, wird heute schwedische Mode präsentiert. Leser blickten hinter die Kulissen des Hauses aus dem 17. Jahrhundert. Foto: Oliver Werner
  • Wo bis 2016 das Traditionscafé Kleimann seinen Sitz hatte, wird heute schwedische Mode präsentiert. Leser blickten hinter die Kulissen des Hauses aus dem 17. Jahrhundert. Foto: Oliver Werner
  • Wo bis 2016 das Traditionscafé Kleimann seinen Sitz hatte, wird heute schwedische Mode präsentiert. Leser blickten hinter die Kulissen des Hauses aus dem 17. Jahrhundert. Foto: Oliver Werner
  • Wo bis 2016 das Traditionscafé Kleimann seinen Sitz hatte, wird heute schwedische Mode präsentiert. Leser blickten hinter die Kulissen des Hauses aus dem 17. Jahrhundert. Foto: Oliver Werner

Anne Booms gehört zu jenen Café-Kleimann-Fans in der Besuchergruppe, die beim Gang durch das Gebäude noch den blauen Salon vor Augen haben, während sie nun auf Heimtextilien und schwedische Keramik blicken. „Etwas vom alten Charme des Traditionscafés ist aber geblieben“, sind sich die Gäste einig.

Auch bei der Präsentation der bunten, auf Nachhaltigkeit und Naturmaterialien basierenden Kollektionen der schwedischen Designerin Gudrun Sjödén wurde durch Farb- und Materialwahl eine anheimelnde ­Atmosphäre geschaffen. „Münster ist eine von zehn Filialen deutschlandweit und 21 weltweit“, erklärt Melanie Sauer. Läden gebe es nicht nur in den skandinavischen Hauptstädten, sondern auch in New York.

Im Treppenhaus des Gebäudes aus dem 17. Jahrhundert, dessen Fassade vom Bombardement im Zweiten Weltkrieg verschont blieb, hängt auf einer Etage der original goldene Schriftzug „Café Kleimann“ auf blauem Grund und eine Etage darüber das Konterfei der Designerin Gudrun Sjödén, die vor über 40 Jahren ihre erste Kollektion entwarf.

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