Kreisverbandstag
Flächenfraß bereitet münsterischen Landwirten Sorgen

Münster -

Um das Thema „Flächenfraß“ ging es beim Kreisverbandstag der münsterischen Landwirte. Oberbürgermeister Markus Lewe äußerte sein Verständnis für die Sorgen der Landwirte, aber die Stadt Münster befinde auch in einer Zwickmühle.

Dienstag, 27.11.2018, 21:00 Uhr
Auf dem Kreisverbandstag der Münsteraner Landwirte auf Gut Havichhorst weihten OB Markus Lewe (r.), Vorsitzende Susanne Schulze Bockeloh und Gastredner Franz-Josef Holzenkamp, Präsident des Deutschen Raiffeisenverbandes, das grüne Sofa zur Förderung des Dialogs ein.
Auf dem Kreisverbandstag der Münsteraner Landwirte auf Gut Havichhorst weihten OB Markus Lewe (r.), Vorsitzende Susanne Schulze Bockeloh und Gastredner Franz-Josef Holzenkamp, Präsident des Deutschen Raiffeisenverbandes, das grüne Sofa zur Förderung des Dialogs ein. Foto: Reinhold Kringel

Auf dem Kreisverbandstag der Münsteraner Landwirte auf Gut Havichhorst kamen viele Aspekte der modernen Landwirtschaft zur Sprache. Nach der Begrüßung durch die Vorsitzende Susanne Schulze Bockeloh und dem Jahresrückblick der Geschäftsführerin Sonja Friedemann kam der landwirtschaftliche Nachwuchs zu Wort. Auf dem Podium diskutierten Johanna Greve-Taphorn, Alexander Kreuzheck und Christof Konermann mit der Moderatorin Nina Sehnke über die Herausforderungen der modernen Landwirtschaft.

Johanna Greve-Taphorn meinte, dass es ihren Betrieb in 20 Jahren wohl nicht mehr geben werde, wegen des enormen Flächenverbrauchs der Stadt Münster durch Neubausiedlungen. Die beiden männlichen Junglandwirte sahen dagegen ihre Chancen durch die Nähe zur Stadt im Vordergrund und setzten auf die Möglichkeit der Direktvermarktung.

„Wir sind eine starke Gemeinschaft von Bauern und Bäuerinnen mit Nachwuchs“, resümierte die Moderatorin zum Abschluss der Podiumsdiskussion, bevor Gastredner Franz-Josef Holzenkamp, Präsident des Deutschen Raiffeisenverbandes, ans Rednerpult trat.

Stadt in der Zwickmühle

Er vertrat die Ansicht, dass die deutschen Landwirte sowohl den Wochenmarkt, als auch den Weltmarkt bedienen müssten. In den vergangenen Jahren sei rund ein Drittel der landwirtschaftlichen Erträge durch den Export ins Ausland erzielt worden. Der Export habe einen Umfang von 73 Milliarden Euro erreicht, berichtete der Experte. Vor allem die Fleischproduzenten würden vom Export profitieren.

„Die Genossenschaftsidee ist im Zeitalter der Globalisierung so aktuell wie lange nicht mehr“, sagte der Redner, denn nur so könne man den Herausforderungen der Zeit begegnen.

Oberbürgermeister Markus Lewe äußerte sein Verständnis für die Sorgen der Landwirte in Bezug auf den Flächenfraß, aber die Stadt Münster befinde auch in der Zwickmühle: „Wir haben 38 000 Einwohner in den vergangenen Jahren hinzubekommen.“ Für die Neubürger müsse Wohnraum geschaffen werden, aber Münster könne auch nicht ohne Landwirtschaft, sagte das Stadtoberhaupt. Angesichts dieser Zwickmühle habe er sich entschlossen, in den nächsten Wochen einen Landwirtschaftsbeauftragten zu ernennen.

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