Mo., 03.12.2018

Zehn Jahre „Theater XS“: „Leonce und Lena“ Zwischen Liebe und Protest

Das Jugendensemble des Theaters XS brachte Büchners „Leonce und Lena“ auf die Bühne.

Das Jugendensemble des Theaters XS brachte Büchners „Leonce und Lena“ auf die Bühne. Foto: Conlan

Münster - 

Zehn Jahre Theater XS Jugendensemble mit Spielern von 14 bis 18 Jahren – das wurde mit einer Neuinszenierung von Georg Büchners Schauspiel „Leonce und Lena“ gefeiert, angereichert mit brechtschen Elementen und mit einer guten Prise Protest gewürzt. Heraus kamen eine überzeugende Leistung und ein berührender Theaterabend. Das junge, spielfreudige Ensemble präsentierte intensive Texte, eine Inszenierung mit Humor und viel Gefühl, Musikeinspielungen und kleinen Videoclips.

Von Maria Conlan

Jarin Kollet, Jaro Winkelmann, Maura Zimmer, Barbara Homann, Aurelia Traphan, Momo Fernholz, Merle Mensing, Nils Thumm und Kevin Pawlak spielten als B-Ensemble am Freitag vor einem erstaunlich jungen Publikum in der gut gefüllten Aula im Schillergymnasium. Textbearbeitung und Regie stammen von Stefanie Bockermann, der Ensembleleiterin. Regieassistenz hatte Lynn Albers, und für Ton und Technik war Julian Karhof verantwortlich.

Gezeigt wurde die Geschichte von Prinzessin und Prinz, die vor ihrer arrangierten Heirat fliehen. Da ist die kaputte Ehe des Königspaars, da sind die Aufwiegler aus dem Volk, die Felder in Brand setzen, um den König zu schädigen, und Mutter und Tochter, die sich verloren haben. Dabei wurde immer wieder ein Bezug zur Gegenwart hergestellt. Und nach dem Schlussapplaus war noch nicht das Ende. Stefanie Bockermann setzte sich auf die Bühne und hielt eine Jubiläumsansprache mit direktem Dank an ihr junges Ensemble: „Es war ganz toll, ich bin ganz berührt“.

Die Klassiker haben es ihr angetan, und sie möchte den Jugendlichen und Kindern Schiller, Goethe, Shake­speare, Büchner und auch Brecht näher bringen. Sie lobte zehnfach glühende Herzen und Seelen sowie Goldstaub auf der Bühne, dankte den engagierten Eltern und dem Schillergymnasiums für seine Gastfreundlichkeit, da dort jeden Freitagnachmittag die Proben stattfinden. „Ich möchte euch nicht verändern“, sagt Bockermann den Jugendlichen, doch sie möchte helfen, dass diese ihr „eigenes Potenzial erfahren“ und appellierte: „Vergesst nicht den Clown in euch.“ In der Probenschlussphase opferten die Jugendlichen viele Freizeitstunden am Wochenende und in den Ferien. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Am 15. Dezember ist das Stück übrigens noch einmal in der Aula des Schiller-Gymnasiums zu sehen.

 



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