Pro und Contra
Traglufthalle für die Coburg: Attraktives Provisorium oder überteuertes Projekt?

Ist es eine gute Idee, das Freibad Coburg im Winter mit einer Traglufthalle zu überdachen? Dazu gehen die Meinungen in unserer Redaktion auseinander.

Montag, 03.12.2018, 08:52 Uhr aktualisiert: 03.12.2018, 09:19 Uhr
Pro und Contra: Traglufthalle für die Coburg: Attraktives Provisorium oder überteuertes Projekt?
Das Freibad Coburg soll nach dem Willen der Sportpolitiker im Rat im Winter per Traglufthalle zu einem Hallenbad umfunktioniert werden. Die Möglichkeit soll jetzt intensiv geprüft werden. Foto: Keno Fiedler

Pro: Platz für Schwimmer

Es stimmt: Eine Traglufthalle macht aus einem Freibad noch kein schönes Hallenbad, und sie ist auch wenig umweltfreundlich. Aber es gibt einen unschlagbaren Vorteil der Idee, die Coburg im Winter auf diese Weise zu überdachen: Münster hätte endlich ein 50-Meter-Becken im Winter, spürbar mehr Wasserfläche für die vielen Schwimmer, die sich auf den 25-Meter-Bahnen in den städtischen Hallenbädern oft fühlen wie ­Sardinen in der Büchse. Die jetzt im Sommer ­beheizte Coburg zeigt, dass das Angebot – auch bei ­Regen – für sportliche Schwimmer sehr attraktiv ist. Sie legen wenig Wert auf gehobene Aufenthaltsqualität am Beckenrand, in Duschen und Umkleiden. Vereine müssten im Winter nicht mehr ins Umland ausweichen. Auch wenn  die veranschlagten Kosten verglichen mit einem Bad-Neubau ist eine Tragluft­halle ein sehr günstiges Provisorium, das in den bestehenden Hallenbädern für Entlastung sorgen würde. Karin Völker,

Contra: Ein teurer Spaß

Fünf Monate dauert die Schwimmsaison in der Coburg – sie würde sich auf elf Monate verlängern, wenn das beliebte Freibad mit einer Traglufthalle ausgestattet wird. Für Münsters Wasserratten wäre dies eine gute Nachricht. Die Freude über die verlängerte Schwimmsaison relativiert sich indes, wenn man auf die Kosten und die Umweltauswirkungen schaut. Allein die Anschaffung einer solchen Halle würde fast eine halbe Million Euro kosten, hinzu kämen hohe Personal-, Strom- und Heizkosten. Der Umbau der bislang nur sommertauglichen Umkleide- und Sanitärbereiche ist da noch gar nicht mitgerechnet. Und die Umwelt wird nicht nur durch den Energieverbrauch belastet: Alle fünf bis sieben Jahre muss die Schutzfolie der Traglufthalle erneuert werden. In Darmstadt, wo es eine solche Halle bereits gibt, dient sie nur als Provisorium – bis ein neues Schwimmbad fertig ist. So viel Aufwand für eine vorübergehende Lösung – muss das wirklich sein? Martin Kalitschke

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