Mi., 05.12.2018

Premiere: Kunstakademie Münster lud Schüler zum „Studiencheck“ ein Viel Freiheit – viel Verantwortung

In der Werkstatt für Radierung von Werkstattleiter Jürgen Kottsieper (l.) duften die Schülerinnen eigene Arbeiten entwickeln und Drucke fertigen.

In der Werkstatt für Radierung von Werkstattleiter Jürgen Kottsieper (l.) duften die Schülerinnen eigene Arbeiten entwickeln und Drucke fertigen. Foto: Martin Lehmann

Münster - 

Wie studiert man eigentlich Kunst? Kann man Kunst überhaupt lernen? Was fange ich mit dem Studium später an? Mit solchen Fragen kamen 14 Schüler der Jahrgangsstufen Q1 und Q2 zum „Check! 2018“ an die Kunstakademie.

Wie studiert man eigentlich Kunst? Kann man Kunst überhaupt lernen? Was fange ich mit dem Studium später an? Mit solchen Fragen kamen 14 Schüler der Jahrgangsstufen Q1 und Q2 zum „Check! 2018“ an die Kunstakademie. Erstmals bot die Hochschule mit der zweitägigen Veranstaltung Schülerinnen und Schülern, die sich für ein Studium der Freien Kunst oder einen Lehramtsstudiengang interessieren, die Möglichkeit, die Studieninhalte und Studienbedingungen an der Kunstakademie zu erleben.

„Das ist keine Werbeveranstaltung, auch wenn wir natürlich gerne die Vorzüge unserer Hochschule vorstellen. Die Studieninteressierten sollen die Möglichkeit bekommen, ihre Vorstellungen von einem künstlerischen Studium frühzeitig mit der Realität abzugleichen“, erläutert Martin Lehmann (Leiter der Öffentlichkeitsarbeit) die Zielsetzung; dessen Abteilung konzipierte die Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Studienberatung der Hochschule: „Damit folgen wir auch dem Anliegen der Landesregierung, die Angebote der Hochschulen für die Studieneingangsphase zu verbessern, was auch die Orientierungshilfen vom Übergang von der Schule in das Studium betrifft.“

Für die Erstauflage des „Checks“ rief die Kunstakademie ausgewählte Schulen mit Kunst-Leistungskursen in Nordrhein-Westfalen und in angrenzenden Regionen Niedersachsens auf, sich mit einer Auswahl eigener Arbeiten sowie einem Motivationsschreiben für die Teilnahme zu bewerben.

Vollkommen neu für die Schüler war das akademische Prinzip, nach dem die Studierenden ab dem dritten Semester in semesterübergreifenden Künstlerklassen studieren. Die Teilnehmer zeigten sich beeindruckt über den Umfang des Angebots der Werkstätten und die technische Ausstattung. Besonders spannend für die Schüler war die Besichtigung des Orientierungsbereichs, denn hier beginnt das Studium für jeden Jahrgang mit einer zweisemestrigen Orientierungsphase, heißt es in einer Pressemitteilung. Hier wurde auch eine besondere Herausforderung des Kunststudiums verdeutlicht: die große Freiheit, die ein hohes Maß an Selbstständigkeit und Disziplin erfordert: Im Gegensatz zur Schule werden im künstlerischen Studium keine Aufgaben gestellt, die es zu lösen gilt (zum Beispiel etwas Bestimmtes zu zeichnen). Von Beginn an geht es darum, den eigenen Gedanken und Themen selbstständig mit adäquaten Mitteln einen künstlerischen Ausdruck zu geben. Diesen Werkprozess gilt es, permanent im kritischen Austausch mit den Professoren, aber auch Kommilitonen zu reflektieren, um so Schritt für Schritt eine eigenständige, ausgereifte Position zu entwickeln. In den Klassen durften die Schüler auch eigene Arbeiten vorstellen.

Das Ergebnis des ersten „Check!“: Sechs Schüler fühlten sich in ihrem Wunsch bestärkt, Freie Kunst oder Kunst auf Lehramt zu studieren. Vier gaben an, eher nicht mehr zu einem künstlerischen Studium zu tendieren. Die übrigen vier zeigten sich noch unentschlossen.



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