Mi., 12.12.2018

Rechtsstreit nach Abberufung Ex-Geschäftsführer verklagt Stadtwerke Münster

Hat Klage eingereicht: Dr. Henning Müller-Tengelmann

Hat Klage eingereicht: Dr. Henning Müller-Tengelmann Foto: Matthias Ahlke

Münster - 

Im September haben die Stadtwerke Münster sich von ihrer Geschäftsführung getrennt. Doch damit ist der Streit noch nicht erledigt. Jetzt geht es um richtig viel Geld.

Von Dirk Anger

Der im Zuge monatelanger Querelen an der Stadtwerke-Spitze im September abberufene Stadtwerke-Geschäftsführer Dr. Henning Müller-Tengelmann setzt sich juristisch zur Wehr. Eine Klage sei bei den Stadtwerken eingegangen, bestätigte das Unternehmen auf Anfrage. „Wir prüfen nun die nächsten Schritte“, erklärte eine Sprecherin.

Müller-Tengelmann hat gute Chancen

Müller-Tengelmann, der seine Zelte in Münster abgebrochen hat, will sich unter Verweis auf das schwebende Verfahren nicht äußern. Das verwundert Beobachter kaum: Denn der ehemalige Stadtwerke-Spitzenmann darf sich berechtigte Hoffnungen auf eine noch ansehnliche Entlohnung machen. Schließlich läuft sein neuer Fünf-Jahresvertrag erst seit dem Frühjahr 2018.

So geht es in diesem Streit am Ende wohl um eine siebenstellige Summe. Wie aus dem Stadtwerke-Umfeld zu vernehmen ist, stehen 1,5 Millionen Euro im Raum. Aber auch ein Betrag jenseits von zwei Millionen Euro gilt nicht als ausgeschlossen, weil Müller-Tengelmann neben seinem vereinbarten Salär noch ein Anrecht auf mögliche Prämien- oder Bonuszahlungen haben könnte.

Stadtwerke streben Vergleich an

Die Stadt Münster als Stadtwerke-Gesellschafter hat ebenso wie das Unternehmen vom Hafenplatz ein Interesse daran, den Konflikt außergerichtlich beilegen zu können. Ein öffentlicher Rechtsstreit, so heißt es, schade eher den Stadtwerken. Insofern scheint das Bemühen groß, sich mit dem früheren kaufmännischen Geschäftsführer ohne Urteil einigen zu können.

Kein Ende der Krise in Sicht

Aufsichtsratschef Alfons Reinkemeier, zugleich städtischer Kämmerer, hat sich bislang in dieser Angelegenheit nicht öffentlich geäußert. Reinkemeier selbst hatte erst unlängst massive Kritik im Aufsichtsgremium auf sich gezogen, nachdem er dessen Mitglieder eine gesonderte Verschwiegenheitserklärung unterschreiben lassen wollte, wie es heißt. Einige Mitglieder des Gremiums empfanden dies als Affront, weil jeder Aufsichtsrat ohnehin aufgrund gesetzlicher Regelung zur Verschwiegenheit verpflichtet ist.

Der ehemalige technische Stadtwerke-Geschäftsführer hatte sich im September zum Höhepunkt der Krise bereit erklärt, sein Amt niederzulegen, und sich mit der Stadt gleichzeitig auf einen Aufhebungsvertrag geeinigt.



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