Do., 13.12.2018

Finanzen für Stadion-Ausbau verabschiedet Letztes Stadion-Duell im Rat

Das Geld für den Aus- und Umbau des Preußen-Stadions steht im Haushalt 2019.

Das Geld für den Aus- und Umbau des Preußen-Stadions steht im Haushalt 2019. Foto: Matthias Ahlke

Münster - 

Das Projekt Aus- und Umbau des alten Preußen-Stadions ist finanziell auf den Weg gebracht – Anlass genug für die eine oder andere Spitze bei den Etatberatungen im Rat.

Von Dirk Anger

Der geplante Ausbau des Preußen-Stadions an der Hammer Straße auf bis zu 20.000 Zuschauer hat bei den Haushaltsreden am Mittwoch im Rat der Stadt – je nach politischem Standpunkt – unterschiedlich Niederschlag gefunden. Die städtische Finanzplanung für die nächsten beiden Jahre sieht jeweils zehn Millionen Euro dafür vor, weitere 20 Millionen in späteren Jahren.

„Ohne den von der CDU forcierten Bebauungsplan und die Bereitschaft zur Millioneninvestition hätte der Verein nach dem Scheitern seiner Bösenseller Pläne mit leeren Händen dagestanden“, fasste CDU-Fraktionschef Stefan Weber die Diskussion der vergangenen beiden Jahre aus seiner Sicht zusammen.

Zugleich kündigte er an, beim Ausbau Tempo machen zu wollen, „um die vernünftige und machbare Lösung zügig gemeinsam umzusetzen“. Weber: „Wir wollen bald die Bagger sehen.“ Und als Seitenhieb in Richtung SPD wollte der CDU-Vormann wohl folgende Aussage verstanden wissen: „Es ist gut, dass wir uns nie zur Unzeit von der Spielstätte an der Hammer Straße verabschiedet haben.“

SPD: Entscheidung gegen eine verbesserte Infrastruktur 

Genau das machte SPD-Fraktionschef Dr. Michael Jung in seiner Rede als das Kernproblem des Ratsbündnisses aus CDU und Grünen aus, das mit der Suche nach einem neuen Stadion-Standort in Münster überfordert gewesen sei. „Hier hätte sich die Chance geboten, eine große Infrastrukturentscheidung zu treffen, mit der gleichzeitig das Wohnungsproblem in Münster für ein Jahrzehnt hätte gelöst werden können und zugleich für den SC Preußen nach 30 Jahren doch noch ein zukunftsfähiges Stadion hätte gebaut werden können.“

Groß sei die Empörung 2017 bei Schwarz-Grün gewesen, als 20 Millionen Euro für die Infrastruktur an einem neuen Standort als städtische Investition angedacht waren. Jetzt seien es 40 Millionen Euro, die in einen Standort an der Hammer Straße fließen sollen, von dem jeder wisse, dass er nur mit Mühe überhaupt planerisch für ein Stadion zu retten sei.

„40 Millionen, die der Verein über eine satte Miete wird abbezahlen müssen, 40 Millionen, die besser anders investiert wären“, wie Jung meinte, „nämlich in die Infrastruktur eines neuen, zukunftstauglichen investorenfinanzierten Stadions und in den Wohnungsbau“.

Nur ein Projekt unter Vielen 

Dass es für den CDU-Bündnispartner wichtigere Dinge gibt als das Stadion-Projekt, ließ Grünen-Fraktionschef Otto Reiners schon im Vorfeld erkennen: „Im Sommer haben wir den Bebauungsplan für den Sport-Park Berg-Fidel an der Hammer Straße verabschiedet“, so sein leidenschaftsloses Plädoyer in Sachen Stadion. Über die zehn Millionen Euro, die dafür allein im Etat 2019 bereitstehen, redete Reiners nicht groß.

Dass sich für das „jahrzehntelange Dauerproblem Preußen-Stadion“ endlich eine Lösung abzeichne, resümierte FDP-Fraktionschefin Carola Möllemann-Appelhoff, die zuvor bereits einen belastbaren Kostenplan eingefordert hatte. „Die FDP hofft, dass sich die sportlichen Leistungen und die Stadion-Ausbauplanungen positiv ergänzen.“



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