Ratsdebatte über die Kosten für die neue Gesamtschule
Darf‘s ein bisschen teurer sein?

Münster -

Das „Ja“ zu dem Beschlusspapier war schon vor der Beratung klar, gleichwohl war die Beratung höchst kontrovers. Einstimmig (bei Enthaltung der AfD) fasste der Rat der Stadt Münster am Mittwochabend einen Baubeschluss für die Errichtung der Mathilde-Anneke-Gesamtschule im Ostviertel.

Donnerstag, 13.12.2018, 21:00 Uhr
Bei einer Feierstunde im Februar erhielt die neue städtische Gesamtschule ihren Namen, jetzt hat der Rat auch den über 60 Millionen Euro teuren Neubau im Ostviertel beschlossen.
Bei einer Feierstunde im Februar erhielt die neue städtische Gesamtschule ihren Namen, jetzt hat der Rat auch den über 60 Millionen Euro teuren Neubau im Ostviertel beschlossen. Foto: Matthias Ahlke

Die Gesamtschule hat in den Räumen der ehemaligen Fürstenberghauptschule ihren Betrieb aufgenommen, seit Februar 2018 auch unter dem neuen Namen. Mit dem aktuellen Beschluss ist darüber hinaus klar, dass die Schule für über 60 Millionen Euro einen Neubau auf dem Gelände der früheren Oberfinanzdirektion erhält und perspektivisch auf sechs Züge anwächst.

Sehr heftig war die Ausein­andersetzung im Rat, als es um das Thema Finanzen ging. SPD, FDP und Linke kritisierten massiv den Umstand, dass die Stadtverwaltung – auf Drängen von CDU und Grünen – das Budget zunächst auf 50 Millionen Euro senkte, dann aber verkündete, dass 62 Millionen erforderlich sind.

 „Für wie blöd halten sie uns?“

Der FDP-Ratsherr Jörg Berens bewertete dieses Vorgehen als „Zeugnis einer unsoliden Haushaltspolitik“. Der SPD-Fraktionschef Dr. Michael Jung keifte „Für wie blöd halten sie uns?“, als von Seiten des schwarz-grünen Ratsbündnisses argumentiert wurde, die Kostensteigerung sei nicht vorhersehbar gewesen.

Der GAL-Ratsherr Christoph Kattentidt hielt den Oppositionsparteien eine kleinliche Finanzdebatte vor. Statt dessen solle man sich doch freuen, dass Münster größter Schulneubau jetzt in Angriff genommen werde. „Die Gesamtschule wird gebraucht.“

Der Linke-Sprecher Rüdiger Sagel bezeichnete es im Gegenzug als „peinlich“, wenn die GAL den Eindruck erwecke, SPD und Linke hätte Vorbehalte gegenüber der Gesamtschule.

Das Vorgehen der Stadt Münster nach dem Motto „Versprochen – gebrochen“, sei für den Rat aber nicht hinnehmbar, die Kritik deshalb berechtigt.

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