Fr., 14.12.2018

Deutsch-niederländische Zusammenarbeit in der Abfallwirtschaft Müllentsorgung ohne Grenzen

Oberbürgermeister Markus Lewe präsentiert mit den Bürgermeistern aus zwölf niederländischen Kommunen, Ratsvertretern sowie Regierungspräsidentin Dorothee Feller (vorne, 3.v.l.) die „öffentlich-rechtliche Vereinbarung zur Kooperation in der Abfallwirtschaft“.

Oberbürgermeister Markus Lewe präsentiert mit den Bürgermeistern aus zwölf niederländischen Kommunen, Ratsvertretern sowie Regierungspräsidentin Dorothee Feller (vorne, 3.v.l.) die „öffentlich-rechtliche Vereinbarung zur Kooperation in der Abfallwirtschaft“. Foto: ah

Münster - 

Münster und die niederländische Region rund um Enschede kooperieren in der Abfallwirtschaft. Unter anderem geht es um 45 000 Tonnen Müll aus Münster, der in Hengelo verbrannt wird. Im Haus der Niederlande wurde das Projekt offiziell besiegelt.

Von Klaus Baumeister

Das Münsterland und die niederländische Nachbarregion Twente wachsen zusammen. Die Zusammenarbeit, die am Donnerstag im Haus der Niederlande feierlich besiegelt wurden, kann man alltäglich auf der B 54 sehen. Rund 2250 Mal im Jahr fahren Lkw von Münster nach Hengelo, um insgesamt 45 000 Tonnen vorsortierten Müll aus der Abfallbehandlungsanlage in Coerde zur Müllverbrennungsanlage nach Hengelo zu bringen. Im Gegenzug verwerten die Abfallwirtschaftsbetriebe Münster 5000 Tonnen Bio- und Grünabfälle aus Twente.

Diese Zusammenarbeit besiegelte Münsters Oberbürgermeister gemeinsam mit den Bürgermeistern aus zwölf niederländischen Kommunen in einer „öffentlich-rechtlichen Vereinbarung zur Kooperation in der Abfallwirtschaft“, wie es offiziell heißt.

Die niederländischen Kommunen sind die Anteilseigner des Abfallentsorgers Twence Holding, welche die Müllverbrennungsanlage betreibt. Künftig soll auch Münster Mitgesellschafter werden.

"Ein besonderer Weg"

„Wir gehen hier einen besonderen Weg“, begrüßte Lewe seine niederländischen Amtskollegen im Haus der Niederlande. Die vorliegende Kooperation sei erst der Anfang weiterer gemeinsamer Projekte. Beispielhaft nannte Lewe die Elektrifizierung der Bahnstrecke Münster-Enschede.

Enschedes Bürgermeister Onno van Veldhuizen interpretierte die Kooperation als einen Beitrag für eine „gute und saubere Umwelt“. Auf Nachfrage erklärte er, dass die Twence Holding offen sei für weitere deutsche Kommunen, die ihren Müll in Hengelo verbrennen lassen möchten.

An der Feierstunde nahm auch Regierungspräsidentin Dorothee Feller teil. Die Bezirksregierung hatte die grenzüberschreitende Kooperation genehmigen müssen, was – wie alle Beteiligten einräumten – rechtlich nicht ganz einfach war.

Mit 45 000 Tonnen Müll ist Münster in Hengelo ein „mittelgroßer“ Kunde.

Zum Thema

Im Internetangebot unserer Zeitung läuft bis zum 18. Dezember die Aktion „25 Jahre und 25 Fragen“. Eine Frage (zum Jahr 2003) lautet: Müll aus Münster wird in Hengelo verbrannt. Finden Sie das richtig? Antworten möglich unter www.wn.de/25Fragen



https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6255964?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F