Weihnachtsvorlesungen an der WWU
Der Sound gequälter Gummibärchen

Münster -

Ein großer Spaß: Sowohl die Physiker als auch die Chemiker der Westfälischen Wilhelms-Universität hielten am Donnerstag ihre öffentlichen Weihnachtsvorlesungen. Darin erfuhren die Zuhörer unter anderem wie man mit Magneten einen Fernseher schrottet und wie sich leidende Gummibärchen anhören.

Donnerstag, 13.12.2018, 22:00 Uhr
Das qualvolle Ende eines Gummibärchens: Während das Zucker-Tierchen erhitzt wird, hält Prof. Frank Glorius ein Mikro an das Reagenzglas, damit das Publikum hört, wie es zischt.
Das qualvolle Ende eines Gummibärchens: Während das Zucker-Tierchen erhitzt wird, hält Prof. Frank Glorius ein Mikro an das Reagenzglas, damit das Publikum hört, wie es zischt. Foto: Pjer Biederstädt

Diesen Vorwurf wollte Frank Glorius nicht auf sich sitzen lassen: Die traditionelle Weihnachtsvorlesung der WWU-Chemiker, so der Professor, stehe im Verdacht, mit der spaßigen Experimente-Show am Jahresende Geld zu verbrennen. Doch Glorius bewies das Gegenteil.

Zwei Helferinnen ließ er in Ethanol getränkte Fünfzig-Euro-Scheine anzünden. Und siehe da, sie brannten, aber sie verbrannten nicht. Als wäre die Daseinsberechtigung der Veranstaltung damit noch nicht ausreichend unter Beweis gestellt worden, unterhielten Glorius und sein Team am Donnerstagnachmittag die zumeist studentischen Gäste im rappelvollen Hörsaal C1 in den Chemischen Instituten mit einem Feuerwerk von Experimenten. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Es zischte, es knallte, es brannte.

Ein Klassiker unter Chemikern durfte dabei nicht fehlen: das gequälte Gummibärchen. „Jetzt bitte leise sein, wir wollen ja hören, wie es leidet“, scherzte Glorius und hielt das Mikro an das Reagenzglas, in dem das Zucker-Bärchen flambiert wurde. Es schrie nicht, aber es zischte und leuchtete, ganz zur Freude des Auditoriums. Die Versuche standen unter dem Motto „Chemie ist Kult(ur)“ und waren ein launiger Streifzug durch die Chemie und ihre Bedeutung für den Menschen.

Weihnachtsvorlesungen der WWU-Physiker und -Chemiker

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  • Impressionen von den Experimental-Vorlesungen Foto: Pjer Biederstädt
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Apropos, nur ein paar Meter weiter die Wilhelm-Klemm-Straße herunter ging es in der zeitgleich stattfindenden Weihnachtsvorlesung des Fachbereiches Physik auch um lebenspraktische Wissenschaft. Im Mittelpunkt: Kreditkarten. Hinter diesem scheinbar simplen Konzept der Geldübertragung verstecken sich hochspannende nanophysikalische Prozesse. Welche das sind und wie sie funktionieren, erklärte Josef Zweck. Seinen Vortrag schmückte der Physik-Professor der Uni Regensburg mit Grafiken, Fotos und Videos, die die Vorgänge im Magnetstreifen der Karte für die etwa 130 Zuhörer anschaulich machten. Wozu die winzig kleinen magnetischen Strukturen noch fähig sind, wusste der leidgeprüfte Professor aus erster Hand zu berichten: Als Kind hatte er mit einem Magneten das Bild des Fernsehers seiner Eltern schlimm verfärbt.

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