Sa., 15.12.2018

Pro & Contra Glühwein bis in die Nacht?

Pro & Contra: Glühwein bis in die Nacht?

Die Münsteraner genießen den Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt. Foto: Oliver Werner

Münster - 

Sollen die Öffnungszeiten der Weihnachtsmärkte in der Innenstadt von Münster nach hinten verschoben werden? Mit dieser Frage beschäftigt sich unser Pro & Contra.

Von Kay Böckling, Klaus Baumeister

Pro: Flexibel ist Trumpf

Stillstand ist Rückschritt. Warum nicht mal den Schritt nach vorne wagen und etwas Neues ausprobieren? „Das ist schon immer so gewesen“ ist der schlechteste aller argumentativen Ratgeber, wenn es um Innovationen geht. Und erweiterte Öffnungszeiten wären eine solche Innovation.

Dabei muss man die Haupt-Zielgruppe im Auge behalten: die Besucher. Die würden in erster Linie davon profitieren. Berufstätige (auch aus dem Umland) hätten mehr Zeit und Muße, über die einzelnen Märkte zu schlendern – und zu konsumieren. Das nutzt im Umkehrschluss natürlich auch den Beschickern.

Geht man einen Schritt weiter, dürften auch die Innenstadt-Geschäfte von attraktiveren – weil flexiblen – Öffnungszeiten etwas haben. Vielleicht wäre es ja auch denkbar, dass die Händler ihren Stand am Abend dann abschließen können, wann sie mögen, und nicht, wann es das Reglement vorsieht. Das würde vielleicht für mehr Akzeptanz bei einigen Kritikern sorgen. Das einheitliche Bild würde der eine oder andere geschlossene Stand in der Masse sicher nicht trüben. Einen Test wäre es wert. Kay Böckling

Fotostrecke: So viel kosten die Weihnachtsmärkte in Münster

Contra: Glühwein ist nicht alles

Freitags und samstags ist um 21 Uhr Schluss, an allen anderen Tagen um 20 Uhr. Diese Öffnungszeiten für Münsters Weihnachtsmärkte gelten seit Jahren – und das sollte auch so bleiben. Natürlich würden sich  Liebhaber von Glühwein und Bratwurst freuen, bis spät am Abend konsumieren zu dürfen, und die Menschentrauben vor den entsprechenden Ständen wären noch größer.

Aber man muss sich vor Augen halten, was passiert, wenn dem nachgegeben wird. Die Dominanz der Anbieter von Speisen und Getränken würde noch größer werden, und zwar zu Lasten derer, die Textilien, Kunsthandwerk, Schmuck, Spielzeug oder – auch das soll es noch geben – Krippenfiguren verkaufen.

Es gibt Städte, in denen ein Weihnachtsmarkt kaum noch von einer Kirmes zu unterscheiden ist. Es hat nichts mit falscher Sentimentalität zu tun, wenn Münster diesen Trend nicht mitgeht, denn das münsterische Weihnachtsmarkt-Publikum erwartet in Münster auch keine Kirmes. Wer spätabends noch einen trinken will, soll in die Kneipe gehen. Klaus Baumeister



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