Fr., 14.12.2018

Diskussion über Öffnungszeiten Weihnachtsmärkte: Es rumort in den Buden

Weihnachtsmarkt-Besucher vor der Lambertikirche: Um 20 Uhr (Freitag und Samstag 21 Uhr) schließen die Stände.

Weihnachtsmarkt-Besucher vor der Lambertikirche: Um 20 Uhr (Freitag und Samstag 21 Uhr) schließen die Stände. Foto: Matthias Ahlke

Münster - 

In der Woche schließen die Weihnachtsmarkt-Buden um 20 Uhr, freitags und samstags um 21 Uhr. Einigen Teilnehmern reicht das nicht aus. „Es rumort etwas“, räumt auch die Chefin des Münster-Marketing, Bernadette Spinnen, ein.

Von Martin Kalitschke

Das Wetter könnte kaum besser sein für die Weihnachtsmärkte, das Gedrängel vor Kunsthandwerk- und Glühweinständen ist groß. Doch hinter den festlichen Kulissen ist eine Diskussion über die Öffnungszeiten ausgebrochen. „Die Märkte sollten abends unbedingt länger öffnen“, sagt Christian Westhues, Veranstalter des Aegidii-Weihnachtsmarktes – und verweist auf Städte wie Dortmund, Köln oder Berlin, wo die Buden eine Stunde später als in Münster schließen. Derweil betont Martin Stracke für die Händler des Kiepenkerl-Weihnachtsmarktes, dass die Öffnungszeiten „ausreichend“ seien.

Münster-Marketing hat die Unruhe bereits registriert. „Es rumort ein bisschen“, räumt dessen Chefin Bernadette Spinnen ein. „Das werden wir im Nachlauf mit den Weihnachtsmarktbeschickern diskutieren.“ Ordnungsdezernent Wolfgang Heuer verweist darauf, dass es Diskussionen über eine Verlängerung der Öffnungszeiten schon öfter gab – diese aber aufgrund unterschiedlicher Interessenlagen zwischen Kunsthandwerkern und Ausschankbetreibern nicht realisiert werden konnte.

Fotostrecke: So viel kosten die Weihnachtsmärkte in Münster

Ärger über „unfreundliche Ordnungshüter“

„Bei den Kunsthandwerkern bricht das Geschäft oft schon um 18 Uhr ein“, hat Ralf Kleimann vom Lichtermarkt St. Lamberti festgestellt. Er ist gegen eine Ausweitung der Öffnungszeiten: „Mit der aktuellen Situation kann ich gut leben.“

Derweil betont die Halle Münsterland als Betreiber des Weihnachtsmarktes im Rathausinnenhof, dass sie für eine Verlängerung „offen“ sei, jedoch alle Beteiligten an der Diskussion beteiligt werden sollten.

„Ein halbe Stunde mehr“ würde bereits Volker Schneider, Veranstalter des Giebelhüüskesmarktes an der Überwasserkirche, reichen. Er kritisiert, dass die Polizei in diesem Jahr – anders als bisher – rigoros darauf achte, dass alle Stände pünktlich um 20 Uhr schließen. „Früher durften wir noch bis 20.15 Uhr Glühwein verkaufen.“ Westhues (Aegidii-Weihnachtsmarkt) spricht gar von „unfreundlichen Ordnungshütern“, Kleimann (Lamberti) bezeichnet die Art und Weise, wie auf eine pünktliche Schließung gedrängt werde, als „fast schon geschäftsschädigend“: „Die Polizei steht bereits um 19.55 Uhr in der Nähe und schaut auf die Uhr.“ Auch für Stracke (Kiepenkerl-Viertel) sind die Beamten in diesem Jahr „hart drauf“.

Die Polizei wiederum verweist auf das Sicherheitskonzept: Die Zufahrtssperren könnten erst aufgehoben werden, wenn sich die Menschenansammlungen aufgelöst hätten. Vor den Sperren würden wiederum Anlieferer darauf warten, endlich eingelassen zu werden. Nebenbei: „Die Öffnungszeiten der Märkte legt die Stadt fest“, so die Polizei.

Vorverlegung vom Tisch

Diskutiert wurde in den vergangenen Tagen auch, ob die Märkte – wie in einigen anderen Städten – bis zum Jahresende weiterlaufen sollten. Die Veranstalter betonen jedoch, dass dies keine Option sei.

Vom Tisch ist ein von mehreren Betreibern favorisierter Vorschlag, die Märkte bereits am Freitag vor Totensonntag zu öffnen. Dies habe der Verwaltungsvorstand der Stadt abgelehnt, berichtet Heuer. 

Fotostrecke: Münsters Weihnachtsmarkt-Händler im Steckbrief



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