Sa., 15.12.2018

Haushalt der Stadt Münster 1,24 Milliarden Euro – wofür?

Haushalt der Stadt Münster: 1,24 Milliarden Euro – wofür?

Symbolbild Foto: dpa

Münster - 

Wofür gibt die Stadt Münster eigentlich 2019 Geld aus? Ein kleiner Blick hinter die Milliarden-Summe zeigt, welche Posten am meisten verschlingen.

Von Dirk Anger

Auch gerundet stellt sich der bislang größte städtische Haushalt aller Zeiten, der am Mittwoch im Rat allein mit den Stimmen von CDU und Grünen auf den Weg gebracht worden ist, als eindrucksvolle Zahlenkolonne dar: 1 240 000 000 Euro (1,24 Milliarden Euro) will die Stadt im kommenden Jahr ausgeben – rekordverdächtig wie der Schuldenberg, der bis Ende 2019 nach Berechnungen der städtischen Kämmerei auf über eine Milliarde Euro anwachsen wird.

Für Laien ist das über 1200 Seiten dicke Haushaltskonvolut nur schwer zu durchdringen. Um besser verstehen zu können, was sich die Stadt im kommenden Jahr leistet, hat das Amt für Finanzen und Beteiligungen die größten Posten im Haushalt herausdestilliert.

Fast ein Viertel des Gesamthaushaltes 2019 verschlingen die Personalkosten – und dieser Betrag dürfte in den Jahren danach noch steigen. Denn das schwarz-grüne Ratsbündnis hat mehr als 200 neue Stellen bewilligt; ob die aber alle besetzt werden können, bleibt abzuwarten. Ein weiterer großer Posten sind die Leistungen für Kinder, Jugendliche und Familien: Sie schlagen mit 165 Millionen Euro zu Buche.

Neue Kitas für Münster

Und auch von den 2019 geplanten Hochbaumaßnahmen mit einem Volumen von knapp 134 Millionen Euro profitieren Kinder und Jugendliche: Schließlich geht die Erweiterung zahlreicher Schulgebäude mit der Schaffung neuer Räume und Möglichkeiten einher. Daneben baut die Stadt Kitas, und die erste Tranche von zehn Millionen Euro für den Ausbau des Preußen-Stadions findet sich ebenfalls unter diesem Etatposten wieder.

Beträge im mittleren zweistelligen Millionen-Bereich stehen 2019 und in den Folgejahren für den Bereich Kanal- und Straßenbau im Haushalt. Der Unterhaltungsaufwand für Straßen und Brücken wird mit 15,7 Millionen Euro beziffert.

22 Millionen Euro allein für Zinsen

Das Sozialamt zahlt im Jahr 2019 voraussichtlich knapp 89 Millionen Euro aus. Etwas geringer fällt die Summe für bilanzielle Abschreibungen aus, wie es im besten Haushaltsdeutsch heißt. Darunter versteht man – laienhaft formuliert – den Wertverlust etwa durch Abnutzung bei Gebäuden. Auch die Landschaftumlage ist mit gut 84 Millionen Euro ein spürbarer Posten im Etat. Damit beteiligt sich die Stadt an den Aufgaben, die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe etwa bei Behindertenhilfe oder Kultur für die Kommunen erfüllt. Zu guter Letzt: Wer so viel Schulden hat, kommt um Zinszahlungen nicht herum: 22,3 Millionen Euro werden laut Stadt 2019 dafür fällig.



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