Seltene Führung auf den Lamberti-Turm
Aufstieg mit atemberaubendem Blick über Münster

Münster -

Starker Schlussakkord für die Prinzipalmarkt-Serie unserer Zeitung: Bei der Besteigung des gut 90 Meter hohen Lamberti-Turms erhielten die Besucher einzigartige Blicke über Münster und spannende Einblicke in die Stadtgeschichte.

Freitag, 14.12.2018, 21:00 Uhr aktualisiert: 15.12.2018, 00:22 Uhr
Der älteste Teilnehmer Udo Mays (unten li.) beim Aufstieg über die Holzleiter, die unter der schweren Metallklappe (r.) endet. Von dieser Ebene (oben) hat man einen herrlichen Blick über die Stadt.
Von der Lambertikirche hat man einen herrlichen Blick über die Stadt. Foto: Matthias Ahlke

Im Entenmarsch geht es über die enge Steintreppe, die sich hoch in den Lamberti-Turm schraubt. Nichts für Menschen mit Leibesfülle oder mangelnder Kondition. „Mit dem Aufstieg auf diesen Turm geht ein lange gehegter Wunsch in Erfüllung“, gesteht Udo Mays, einer der 14-köpfigen Truppe, die die exklusive Führung zum Abschluss der Prinzipalmarkt-Serie unserer Zeitung genießen darf. Mays sieht es als vorgezogenes Geburtstagsgeschenk. „Am Sonntag werde ich 81.“
Bei der Turmbesteigung macht die Gruppe auf dem Turmsockel eine kleine Verschnaufpause, inspiziert die Glockenmechanik und geht mit Kirchenführer Markus Liborius Gröger auf eine Reise in die Vergangenheit. Bis ins Mittelalter, als an dem mittelalterlichen Turm mit den spätgotischen Obergeschossen und dem damals haubenförmigen Dach im Jahr 1536 zur Mahnung und Abschreckung die Eisenkörbe mit den Leichen der Wiedertäufer aufgehängt wurden. Jetzt stehen die Besucher auf Augenhöhe mit den Originalen der Körbe, deren Repliken sich im Stadtmuseum befinden.

Prinzipalmarktserie - Führung auf dem Lamberti-Kirchturm

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Nebenan die riesige Rats- und Brandglocke, „die mit Disharmonie gegossen wurde“, erzählt Gröger. Die Glocke musste sich als Alarmglocke im Klang von allen anderen Geläuten der Stadt unterscheiden. Als Ratsglocke rief sie zudem die Bürger am Tage der Ratswahl zusammen.
Auch heute noch wird die Glocke im Brandfall von Münsters Türmerin angeschlagen. Das Mobiliar für die höchste städtische Amtsstube kam vor Jahren übrigens in einem echten Kraftakt durch die enge Wendeltreppe. „Das Möbelhaus warb anschließend nicht mehr damit, kostenlos in jede Etage zu liefern“, erzählt Gröger schmunzelnd. Die heutige Höhe von 90,5 Metern erhielt der Turm, nachdem er Ende des 19. Jahrhunderts erneuert werden musste.
Weiter geht es, bis die Besucher über eine Holzleiter und dann, nach dem Heben einer schweren Metallplatte, durch eine Öffnung auf die höchste Ebene gelangen. Durch die riesigen Steinornamente, durch die auf rund 80 Metern Höhe der Dezemberwind zieht, fällt das Licht der weihnachtlich beleuchteten Stadt. Es wirkt als stünden die Besucher in einem überdimensionalen Windlicht hoch über Münster.

Das vorweihnachtliche Münster von oben

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  • Hach, ist das schön! Von der Lambertikirche aus bietet sich ein atemberaubender Ausblick auf Münster.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Blick in die Straßenschlucht zwischen den Giebelhäusern

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Die Weihnachtsmarktbüdchen vor der Lambertikirche

    Foto: Matthias Ahlke
  • Auf der Rückseite der Lambertikirche ist die Stadtbücherei zu sehen.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Blick auf den Drubbel

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  • Blick auf Münsters Nordwesten, links ist die Überwasserkirche zu sehen.

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  • Blick in Richtung Domplatz

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  • Dom (l.) und Überwasserkirche

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  • Münsters Prachtstraße: Blick auf den Prinzipalmarkt von oben...

    Foto: Gunnar A. Pier
  • ...und vom Boden aus.

    Foto: Gunnar A. Pier


„Traumhaft, „wunderschön“, „einfach grandios“ – jeder hier oben ist ergriffen, macht Fotos. Der 16 Wochen alte Karl erlebt all dies gut geschützt im Tragetuch seines Vaters, Dirk Heshe.
Durchgefroren aber bewegt steigt die muntere Trumtruppe anschließend rückwärts die steile Leiter wieder hinunter.
Ungewöhnliche Einblicke gibt es auch auf der Etage, auf der die 26 Tonnen schwere Orgel vor 30 Jahren aufgebaut wurde. Und wer genau hinschaut, der entdeckt am Rande des riesigen Instruments einen Zimbelstern, mit dem sich der Orgelbauer verewigt hat. Ein Turmausflug, den so schnell niemand vergessen wird. Einen Wunsch hat Turmfan Udo Mays aber noch: „Ein Aufstieg auf Münsters Fernsehturm, der würde mich auch noch reizen.“

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