So., 16.12.2018

Grand Münster Slam 6 Donots und der erste Hauptsatz der Energie

Beim sechsten "Grand Münster Slam" zeigten die Donots, dass die bisherigen Shows noch zu toppen waren.

Beim sechsten "Grand Münster Slam" zeigten die Donots, dass die bisherigen Shows noch zu toppen waren. Foto: Gunnar A. Pier

Es ist zwar nichts Neues, aber jedes Mal wieder etwas Besonderes: Die Donots feiern den Grand Münster Slam mittlerweile zum sechsten Mal. Ausverkauftes Haus, 6500 Fans füllen die Halle Münsterland. Am Samstagabend stellte sich die Frage, ob das Punkrockquintett die Show vor zwei Jahren würde toppen können. Die Antwort ist einfach: ja.

Von Carsten Vogel

Zunächst schmirgelt US-Sänger Chuck Ragan im Vorprogramm seine Reibeisenstimme und beendet das halbstündige Set mit zwei Songs seiner Stammband Hot Water Music. Darauf folgt mit Turbostaat eine Band, die laut Donots "so eigenwillig ist wie Leute, die von Autobahnbrücken winken”. Und sie ergänzen: “Die aktuell wohl beste deutsche Punkrockband”. Keine Koketterie.

Turbostaat sind für Husum und Flensburg, was die Donots für Ibbenbüren und Münster: ein musikalisches Aushängeschild. Letztere zeigen dann aber, wer aktuell wohl der beste deutsche Live-Act unter den Punkbands ist. Mit “Geschichten vom Boden” starten Eike Herweg, Guido Knollmann, Ingo Knollmann, Jan-Dirk Poggemann und Alex Siedenbiedel in ein furioses Konzert. 140 Minuten mit neuen Songs, Hits wie “Stop The Clocks”, “We’re Not Gonna Take It” und “So Long” - mal in Englisch, mal in Deutsch gesungen. Alles fügt sich, alles passt. Hier bewahrheitet sich der erste Hauptsatz der Energie: In einem abgeschlossenen System (Halle Münsterland) wird mit dem Verrichten von Arbeit (Donots auf der Bühne) durch Zufuhr und Abgabe von Wärme (wechselseitig Band und Publikum) Energie erzeugt. Und zwar von der ersten bis zur letzten Minute.

Fotostrecke: Donots - Grand Münster Slam 2018

Das Publikum muss mitmachen

Die Donots beherrschen die komplette Klaviatur der Publikumsbeteiligung. Sie nutzen ihre Fans nicht nur als Aufputschmittel, sondern als sechstes Bandmitglied - und manchmal auch als Instrument. Bei “Wake The Dogs” springen die Fans selbst in den hintersten Reihen, Frontmann Ingo fordert bei “Dead Man Walking” die “meisten und schnellsten Circle Pits, die die Halle je gesehen hat”.

“Wie bei einem Scorpions-Konzert”

Bei “Come Away With Me” sollen alle ihre Handys und Feuerzeuge in die Luft halten und damit wedeln “wie bei einem Scorpions-Konzert”. Bei “Hier also weg” setzen sich alle auf den Boden, um bei Vier in die Luft zu springen. Das optische Highlight, “um Instagram in die Knie zu zwingen”, ist das Hochwerfen von bunten Knicklichtern, die während des Songs “Calling” an das Publikum verteilt worden sind. Ein großartiger Moment.

Es gibt goldenes Lametta, goldenes Konfetti, Guido und Ingo betreiben Crowdsurfing, kurz: Was aufzubieten geht, wird geboten. Und das obligatorische Geburtstagsständchen geht diesmal an den 18-jährigen Till Felix aus Rendsburg.

Was für eine Show!

Die sensationelle Stimmung, Sprechchöre und das Skandieren des Bandnamens nach jedem Song lassen auch die Band auf der Bühne fast sprachlos zurück. Wenn sich Ingo Knollmann zum Abschluss bedankt und behauptet, dass man dieses Konzert und dieses Publikum nie vergessen werde, dann spricht er den Fans an diesem Abend einmal mehr aus den Herzen. Was für eine Show!

Fotostrecke: Die Donots treffen Fans in der WN-Redaktion



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