Mo., 17.12.2018

Weihnachtsoratorium in der Apostelkirche zum letzten Mal unter Kantor Klaus Vetter Lyrische Betrachtung und mächtiger Jubel

Die Kantorei der Apostelkirche, das Barockorchester „Le Chardon“ und die Gesangssolisten unter der Gesamtleitung von Klaus Vetter, der in Kürze in den wohlverdienten Ruhestand geht.

Die Kantorei der Apostelkirche, das Barockorchester „Le Chardon“ und die Gesangssolisten unter der Gesamtleitung von Klaus Vetter, der in Kürze in den wohlverdienten Ruhestand geht. Foto: Andreas Hasenkamp

Münster - 

Zum Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach füllte sich am Samstagnachmittag erneut die Apostelkirche. Zum elften und letzten Mal stand Kantor Klaus Vetter am Dirigentenpult. Die Kantorei an der Apostelkirche wurde durch das Barockorchester „Le Chardon“ begleitet. Vier Solisten komplettierten das konzertante Aufgebot. Tenor Nils Giebelhausen erzählte als Evangelist das heilige Geschehen. Johanna Rademacher (Alt), Fanie Anto­nelou (Sopran) und Dominik Wörner (Bass) fügten sich überzeugend in ihre Rollen im weihnachtlichen Geschehen.

Von Andreas Hasenkamp

Besonders ausdrucksstark erklangen die Choräle. Da ist jedes Wort greifbar, jeder Kontrast und Gegensatz wird ausgedeutet. Mit Fülle und Wärmestrom füllt der Chor auch in der dritten Kantate den Text, besonders beim „Mit dir will ich endlich schweben voller Freud“ und beweist große, aber nicht strapaziös erscheinende Dynamik. Der Chor meistert ebenso den langen, anspruchsvollen Beginn der fünften Kantate, bewahrt Präzision und Dynamik. Auf diese gesangliche und atmosphärische Dichte angesprochen, sagt Vetter nach dem Konzert: „Ja, das ist schon etwas Besonderes.“ 31 Jahre arbeitet er nun mit der Kantorei an der Apostelkirche.

Auch das Instrumentalspiel überzeugt. Für die sinfonischen Anteile gilt dies ebenso wie für das Einzelspiel im Begleiten der Stimmsolisten: etwa das Einsetzen der Geige, die den Eindruck pointiert, wenn der Alt fragt: „Warum wollt ihr erschrecken?“

So bleiben die Einheit der sechs Kantaten und der Spannungsfaden im gut dreistündigen Konzert in der kühlen Apostelkirche erhalten. Es ist ein Brausen, lyrisches Betrachten der Seele, vom Appell zum Jauchzen und zum Schmettern der Engel. Applaus und Gratulationen belohnten Chor, Orchester und Solisten.



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