Familienbetrieb verlässt die Innenstadt
Nähmaschinen ziehen um

Münster -

Familie Kosmeier wäre gerne an der Königsstraße geblieben, wo sie seit gut 50 Jahren ein Nähmaschinengeschäft betreibt. Doch das Haus wurde verkauft, die Kosmeier ziehen jetzt mit ihrem Betrieb an die Warendorfer Straße.

Freitag, 21.12.2018, 11:00 Uhr
Neben Ulrich und Karin Kosmeier (M.) kümmern sich auch Tochter Kathrin (mit Amelie) und Schwiegersohn Florian Weitkamp um den Familienbetrieb.
Neben Ulrich und Karin Kosmeier (M.) kümmern sich auch Tochter Kathrin (mit Amelie) und Schwiegersohn Florian Weitkamp um den Familienbetrieb. Foto: gh

Nähmaschinen sind ihre Leidenschaft. Seit gut 50 Jahren betreibt Familie Kosmeier ein Spezialgeschäft für Nähmaschinen an der Königsstraße in Münster. Jetzt zieht der Betrieb an die Warendorfer Straße.

1951 eröffnete der Hersteller Pfaff an der Königsstraße eine Niederlassung, die fünf Jahre später Heinz und Annemarie Kosmeier übernommen haben. „Mein Vater war damals Mitarbeiter von Pfaff“, erinnert der heutige „Seniorchef“ Ulrich Kosmeier. Der 61-Jährige teilt sich die Geschäftsführung mit Tochter Kathrin Weitkamp, deren Ehemann Florian ebenfalls eingestiegen ist. Schneidern sei ihm nicht mehr fremd, sagt der Betriebswirt. „Aber Vater ist der Chef“, fügt Kathrin Weitkamp hinzu.

Ein Familienbetrieb

Aber noch stehen viele Nähmaschinenmodelle in den Regalen des alten Ladenlokals. Die Werkstatt ist rappelvoll. Ulrich Kosmeier ist mit der Technik der zum Teil sehr komplexen Nähmaschinentechnik vertraut, Ehefrau Karin ist für den Verkauf zuständig.

Tochter Kathrin Weitkamp, die eigentlich Sozialpädagogin ist, schwärmt von dem, was die Maschinen heute können – wie ein kleiner Computer: „Wer beispielsweise irgendwo bei einem Kaffee ein schönes Stickmuster entdeckt, schickt ein Foto davon per WLAN an die Maschine, die das Muster dann verarbeitet.“

Kosmeiers räumen schweren Herzens ihre Geschäftsräume an der Königsstraße. Das Haus sei verkauft worden. Kathrin Weitkamp ist im Geschäft zwischen Nähmaschinen und Kurzwaren aufgewachsen – wie heute ihre Tochter Amelie.

Ans Aufgeben wollten die Kosmeier trotz ihrer Kündigung aber nicht denken. Auch Schneidermeisterin Heika Platthaus zieht mit um und verstärkt den Familienbetrieb. Es gab Zeiten, erinnert sich Ulrich Kosmeier, da waren bei Pfaff 15 Mitarbeiter beschäftigt.

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