Serie: Im Probenraum mit...
Weite Wege für den Indie-Sound

Münster -

Fluch oder Segen? Wie es ist, wenn die Bandmitglieder nicht in derselben Stadt wohnen und man sich deshalb einmal im Monat in Münster zur Probe trifft – und welche Vor- und Nachteile das alles hat – davon kann die Band Hermetrik ein Lied singen.

Mittwoch, 02.01.2019, 18:00 Uhr
Im Probenraum 47 am Alten Güterbahnhof „zocken“ die Jungs von Hermetrik.
Im Probenraum 47 am Alten Güterbahnhof „zocken“ die Jungs von Hermetrik. Foto: Jörn Krüßel

„Wir kommen zu zweit oder zu dritt in den Proberaum, bauen die Sachen auf, verkabeln alles. Thorsten ist meist eine Stunde zu spät da, weil er aus Hamburg anreist und im Stau stand“, weiß Gitarrist und Keyboarder Habbo Lüdeling mit einem Lachen zu berichten. Wo bei anderen Bands dann schon die halbe Probe rum wäre, beginnt es bei der Band Hermetrik entspannt. Meist freitags. Mit einer ersten Runde Bier. Denn sie haben das ganze Wochenende über Zeit.

Thorsten Bierbaum ist Bassist von Hermetrik und bedient zwei Keyboards. Nach Hamburg übrigens ist er nach seinem Studium in Münster umgesiedelt. Auch Schlagzeuger Ingmar Allhoff wohnt nicht mehr in der Domstadt. Ihn hat es an den Möhnesee gezogen. Einzig Lüdeling und Sänger Kai Hülsmann halten nach wie vor die Stellung. Sie haben es nicht weit zu ihrem Proberaum am alten Güterbahnhof. Und der ist ganz schön voll. Wie für die meisten Bands hier unten gilt auch für Hermetrik: jeden Quadratzentimeter optimal nutzen.

Wirre Ideen-Gefilde

Eingerahmt von Verstärkertürmen, einer alten Orgel und Regalen hat sich die Band um die Keyboards positioniert. Effektpedale und Monitorboxen schränken den Bewegungsradius ordentlich ein, sodass der eigentlich zum Tanzen anregende Indie-Elektro-Sound der Band hier etwas statisch wirkt.

„Irgendwer beginnt zu jammen, und dann sind wir schnell in so einem wirren Gefilde mit neuen Ideen drin“, beschreibt Lüdeling den Beginn der Proben. Es sind häufig Zufälle, aus denen heraus neue Ideen entstehen. Wenn an den Keyboards oder den Pedalen herumgeschraubt wird, kommt immer Unerwartetes zustande, sagt die Band selbst.

Hermetrik

1/16
  • Die münsterische Elektro-Indie-Band Hermetrik proben im Probenraumzentrum am Alten Güterbahnhof.

    Foto: Jörn Krüßel
  • Das Quintett besteht aus Ingmar Allhoff (Schlagzeug), Thorsten Bierbaum (Bass, Keyboard), Kai Hülsmann (Gesang), Habbo Lüdeling (Gitarre, Keyboard).

    Foto: Jörn Krüßel
  • Foto: Jörn Krüßel
  • Foto: Jörn Krüßel
  • Foto: Jörn Krüßel
  • Foto: Jörn Krüßel
  • Foto: Jörn Krüßel
  • Foto: Jörn Krüßel
  • Foto: Jörn Krüßel
  • Foto: Jörn Krüßel
  • Foto: Jörn Krüßel
  • Foto: Jörn Krüßel
  • Foto: Jörn Krüßel
  • Foto: Jörn Krüßel
  • Foto: Jörn Krüßel
  • Foto: Jörn Krüßel

„Freitag ist kreativer Abend, an dem neue Sachen geschaffen werden. Am nächsten Tag hören wir uns die Aufnahmen an und denken ,Top oder Flop!‘“ Das kann Begeisterung bringen aber auch Ernüchterung. Es wird aussortiert, welche Ideen im Mülleimer landen und welche weiterverarbeitet werden.

Günstige Gelegenheit

„Pro Wochenende entsteht ein neuer Song“, erzählt Lüdeling weiter. Sänger Kai Hülsmann hört sich Mitschnitte aus dem Proberaum zu Hause detailliert an und wählt final die besten Parts aus.

Da man nicht von morgens bis nachts auf 20 Quadratmetern am Stück verbringen will, ist der Gang zum Fachmusikladen immer willkommen, berichtet die Band. Vieles, was der Musiker braucht, findet sich in dem Geschäft oberhalb der Proberäume. Das ist praktisch. Und auch die dort stattfindenden Konzerte sind gut besucht. Sie waren für Hermetrik anfangs eine Gelegenheit, mit Auftritten in Münster zu beginnen.

Band-Steckbrief

Bandname: Hermetrik

Gegründet: April 2015

Mitglieder: Ingmar Allhoff (Schlagzeug), Thorsten Bierbaum (Bass, Keyboard), Kai Hülsmann (Gesang), Habbo Lüdeling (Gitarre, Keyboard)

Musikrichtung: Indie/Elektro

Probenraum: Nummer 47 im Proberaumzentrum Alter Güterbahnhof unter dem „Rare Guitar“, Hafenstraße 64

Nächster Auftritt in Münster: voraussichtlich Frühjahr 2019

Aktuelle Platte: EP „Easy“ (Mai 2018)

...

„Der Vorteil unserer Arbeitsweise ist, dass man in komprimierter Form viel schaffen kann und auch einen positiven Druck hat. Auf der anderen Seite fehlen die spontanen Zusammenkommen und die Routine von Bands, die sich häufiger sehen“, sagt Lüdeling.

Doch weiter kommt man trotzdem: Zwei EP‘s bei dem Hamburger Label „Le Papaguy“ und eine Live-Zusammenstellung von 15 Songs sind mittlerweile veröffentlicht worden.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6293492?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F
Nachrichten-Ticker