Demografischer Wandel und Pflege
Ältere Patienten sind anders

Münster -

Am Projekt Bigi, das die spezifische medizinische Behandlung älterer Patienten untersucht, haben seit dem Start 2015 26 ambulante und stationäre Einrichtungen aus Nordrhein-Westfalen und Bremen mitgewirkt. Jetzt wurden die Ergebnisse in Münster vorgestellt.

Freitag, 04.01.2019, 09:00 Uhr
Sie setzten das Projekt Bigi gemeinsam um (v.l.): Dr. Gertrud Bureick und Dr. Daisy Hünefeld von der St.-Franziskus-Stiftung Münster, Dr. Sibyll Rodde und Professor Dr. Joachim Hasebrook vom Beratungsunternehmen ZEB.
Sie setzten das Projekt Bigi gemeinsam um (v.l.): Dr. Gertrud Bureick und Dr. Daisy Hünefeld von der St.-Franziskus-Stiftung Münster, Dr. Sibyll Rodde und Professor Dr. Joachim Hasebrook vom Beratungsunternehmen ZEB. Foto: St.-Franziskus-Stiftung

Ärzte in Praxen und Krankenhäusern, Pflegende und Therapeuten versorgen immer mehr ältere Patienten – eine logische Folge der demografischen Entwicklung in einer alternden Gesellschaft. Welche speziellen Kenntnisse bei der Behandlung und Pflege alter Menschen hilfreich sind, und wie man diese erwerben und umsetzen kann, hat die „Interprofessionelle Bildungsinitiative im Qualitätsverbund Geriatrie“ (Bigi) untersucht.

Das Projekt erstreckte sich über drei Jahre. Rund 100 Experten aus Medizin, Pflege und Gesundheitswirtschaft zogen bei der Abschlusskonferenz in der Friedenskapelle am Willy-Brandt-Weg in Münster eine positive Bilanz.

Teamwork

Am Projekt Bigi haben seit dem Start 2015 insgesamt 26 ambulante und stationäre Einrichtungen aus Nordrhein-Westfalen und Bremen mitgewirkt, darunter Krankenhäuser, Praxisnetzwerke niedergelassener Ärzte, Reha-Kliniken, Seniorenheime und ambulante Pflegedienste. Rund 100 Fortbildungsveranstaltungen sind im Rahmen des Projektes ausgewertet worden, mehr als 200 Projektideen zur Verbesserung der Versorgung geriatrischer Patienten wurden erfolgreich umgesetzt, heißt es in einer Pressemitteilung.

Verantwortliche aus mehreren Krankenhäusern stellten in Münster vor, wie die Betreuung älterer Menschen von der Aufnahme bis zur Entlassung verbessert wurde. Zu Beginn der Konferenz würdigte Dr. Regina Klakow-Franck, ehemaliges Mitglied im Gemeinsamen Bundesausschuss, dem obersten Beschlussgremium der Selbstverwaltung im deutschen Gesundheitswesen, den Erfolg von Bigi. Durch das Projekt seien zahlreiche kleine und größere Projekte angestoßen und umgesetzt worden, durch die ältere Patienten und Demenzkranke ein Stück mehr Lebensqualität gewonnen hätten.

Ergebnisse sind zukunftsweisend

Das Projekt Bigi wurde durch das Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen gefördert. Umgesetzt wurde es von der St.-Franziskus-Stiftung in Münster, unter deren Dach 15 Krankenhäuser sowie mehrere Einrichtungen der Alten- und Behindertenhilfe stehen, sowie vom münsterischen Beratungsunternehmen ZEB.

Federführend bei der Stiftung waren Dr. Gertrud Bureick und Vorstandsmitglied Dr. Daisy Hünefeld, bei ZEB Dr. Sibyll Rodde und Prof. Dr. Joachim Hasebrook. „Bigi hat Wege zu mehr Qualität und einer besseren Fokussierung auf die Bedürfnisse älterer Patienten aufgezeigt und besitzt insofern einen Leuchtturm-Charakter“, unterstrich Dr. Hünefeld. "Derzeit entsteht ein Buch, das die zukunftsweisenden Ergebnisse des Projektes dokumentiert", heißt es abschließend.

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