Sa., 12.01.2019

Ausstellung präsentiert originalgetreue Kopie Wanderausstellung: Grabtuch von Turin

Diese Kopie des Grabtuchs von Turin wird in der Überwasserkirche ausgestellt.

Diese Kopie des Grabtuchs von Turin wird in der Überwasserkirche ausgestellt. Foto: Malteser/Wolf Lux

Münster - 

Das Grabtuch von Turin steht im Mittelpunkt einer Wanderausstellung, die bereits 200.000 Besucher begeistert hat. Nun kommt sie nach Münster. Am Sonntag wird sie von Bischof Genn in der Überwasserkirche eröffnet. Unter anderem wird eine Kopie des Tuches gezeigt.

Von Martin Kalitschke

In der Überwasserkirche wird am Sonntag eine spektakuläre Ausstellung eröffnet. Fünf Wochen lang wird dort eine originalgetreue, 4,36 mal 1,10 Meter große Kopie des Grabtuchs von Turin präsentiert.

Auf dem Stoff ist der Abdruck eines 1,81 Meter großen, bärtigen und langhaarigen Mannes zu erkennen, dessen Körper mit zahlreichen Blutflecken übersät ist. Für viele Christen ist das Original jenes Tuch, in das Jesus nach der Kreuzigung gelegt und in dem er beigesetzt wurde. Über die Authentizität wird bis heute gestritten.

Titel bewusst gewählt

„Wir wollen nicht beweisen, dass tatsächlich Jesus in diesem Tuch lag“, sagt Bettina von Trott zu Solz, Kuratorin und Ordensfrau der Malteser, die die Ausstellung organisieren. Daher sei bewusst der Titel „Wer ist der Mann auf dem Tuch? – Eine Spurensuche“ gewählt worden.

Neben der Kopie des Grabtuchs ist in der Überwasserkirche eine Skulptur des Mannes zu sehen, die aus einer 3D-Betrachtung der Spuren am Tuch gefertigt wurde. Weiter sind Nägel aus römischer Zeit, die bei Kreuzigungen verwendet wurden, Nachbildungen von Geißel und Dornenhaube („Dornenkrone“) und eine römische Lanze zu sehen. Die Exponate befinden sich in sieben Vitrinen, um die sich 24 Informations-Stelen gruppieren. Außerdem wird ein zehnminütiger Film rund um das Grabtuch gezeigt.

Fast 200 000 Besucher

Die Ausstellung, die am Sonntag um 17 Uhr im Beisein von Bischof Dr. Felix Genn eröffnet wird, reist seit vier Jahren durch Deutschland. Sie präsentiert die theologische Sicht auf das Grabtuch – und schildert zugleich neueste wissenschaftliche Erkenntnisse zu der Herkunft dieses am meisten untersuchten archäologischen Objektes überhaupt.

Inzwischen hat die Schau fast 200 000 Besucher fasziniert – „darunter viele Menschen, die dem Glauben fernstehen“, hat Kuratorin von Trott zu Solz beobachtet. Mit den Menschen ins Gespräch kommen, einen Anstoß geben, über den Glauben nachzudenken: „Genau dies wollen wir mit der Ausstellung erreichen, und es funktioniert fantastisch“, sagt die Kuratorin.

Nach dem Grundsatz der Malteser

Bettina von Trott zu Solz ist nicht nur mit der Ausstellung, sondern auch mit dem Original-Grabtuch bestens vertraut. „Als es 1998 in Turin ausgestellt wurde, stand ich dort zwei Wochen lang für die Malteser Spalier, jeden Tag zwei Stunden.“ Tief beeindruckt habe sie das Tuch damals.

Als einige Jahre später Vertreter des Malteserordens eine kleinere Version der Ausstellung im Gästehaus des Papstes in Jerusalem sahen, beschlossen sie, diese auch in erweiterter Form in Deutschland zu präsentieren. „‚Glauben und Helfen‘, so lautet der Grundsatz der Malteser“, sagt Bettina von Trott zu Solz. „Dazu gehört auch, vom Glauben zu erzählen.“

Zum Thema

Die Ausstellung wird am Sonntag (13. Januar) um 17 Uhr mit einer Pontifikalvesper in der Überwasserkirche eröffnet. Sie läuft bis zum 20. Februar und kann montags bis freitags von 10 bis 12 sowie von 15 bis 19 Uhr, samstags von 10 bis 16 Uhr und sonntags von 14 bis 18 Uhr besucht werden. Der Eintritt ist frei.



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