Flüchtlinge und Obdachlose
Bei Wohnheimen ist einiges in Bewegung

Münster -

Auf dem städtischen Wohnheimmarkt ist einiges in Bewegung. Flüchtlingsunterkünfte werden zu Obdachloseneinrichtungen – und umgekehrt. Und für die ehemalige Obdachloseneinrichtung an der Trauttmansdorffstraße gibt es einen Käufer.

Dienstag, 15.01.2019, 08:00 Uhr aktualisiert: 15.01.2019, 08:51 Uhr
Die Obdachlosenunterkünfte an der Trauttmansdorffstraße sind von der Wohn- und Stadtbau bereits verkauft worden. Sie sollen demnächst abgerissen werden.
Die Obdachlosenunterkünfte an der Trauttmansdorffstraße sind von der Wohn- und Stadtbau bereits verkauft worden. Sie sollen demnächst abgerissen werden. Foto: Oliver Werner

494 Flüchtlinge sind Münster 2018 vom Land zugewiesen worden – 87 waren es lediglich im Jahr zuvor. Damit leben in Münster aktuell 5630 Menschen Personen, die bereits als Flüchtlinge anerkannt wurden, aus humanitären Gründen geduldet werden oder sich noch in einem Anerkennungsverfahren befinden. Rund 2000 von ihnen wohnen aktuell in städtischen Einrichtungen, viele haben aber inzwischen auch auf dem freien Wohnungsmarkt eine Bleibe gefunden.

Kommunale Wohnheim-Portfolio wird optimiert 

Wie die Stadt am Montag auf Anfrage unserer Zeitung mitteilte, kamen die 2018 neu hinzugezogenen Flüchtlinge aus 35 verschiedenen Staaten nach Münster. Nach wie vor bilden Syrer die größte Gruppe, gefolgt von Menschen aus dem Irak, aus Nigeria, der Türkei, Russland, Afghanistan, Georgien, Aserbeidschan sowie Ägypten.

Auch wenn zuletzt wieder mehr Flüchtlinge nach Münster kamen, optimiert die Stadt schon seit längerem das kommunale Wohnheim-Portfolio. Etliche Standorte wurden wieder aufgegeben, andere in Unterkünfte für Obdachlose umgewandelt. Diesen Kurs will die Stadt auch 2019 fortsetzen, wie aus einer Vorlage der Verwaltung hervorgeht, über die ab dieser Woche die Politik diskutiert.

So soll die bisher von Flüchtlingen genutzte Einrichtung Muckermannweg/Von-Esmarch-Straße durch eine neu gebaute Übergangseinrichtung für 50 wohnungslose Familien ersetzt werden. Bis zu deren Fertigstellung wird ein Gebäude an der Nieberdingstraße 23 als temporäre Wohnungsloseneinrichtung genutzt. Anschließend soll dieser Standort langfristig zu einer Flüchtlingseinrichtung für bis zu 50 Personen werden. Die Stadt betont, dass sie in Zukunft – wie bereits seit Jahren bei Flüchtlingen – auch bei Obdachlosen eine dezentrale Unterbringung im Stadtgebiet umsetzen will.

Mittlerweile geklärt ist die Zukunft der Obdachlosenunterkunft Trauttmansdorffstraße, die derzeit aufgelöst wird. Die Wohn- und Stadtbau hat das Gelände bereits veräußert, die Gebäude sollen demnächst abgerissen werden. Eine erneute Wohnbebauung ist hier laut Wohn- und Stadtbau nicht möglich. Ein Unternehmen wird auf dem Areal „nicht störendes Gewerbe“ unterbringen.

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