Digitale Passantenfrequenz-Messung
Münster ist ein starker Handelsstandort

Münster -

Alleine am 15. Dezember sind fast 70.000 Passanten auf der Ludgeristraße auf Höhe des Arkadeneingangs gezählt worden. Möglich macht das ein digitales System, das seit einigen Wochen im Einsatz ist.

Dienstag, 15.01.2019, 13:06 Uhr aktualisiert: 15.01.2019, 15:40 Uhr
Auf der Ludgeristraße werden elektronisch rund um die Uhr die Passanten gezählt.
Auf der Ludgeristraße werden elektronisch rund um die Uhr die Passanten gezählt. Foto: WFM Münster/Martin Rühle

Einmal im Jahr lässt die Wirtschaftsförderung Münster GmbH (WFM) in der City die Passanten zählen. Die Momentaufnahme gibt Aufschluss über die Beliebtheit von 24 Standorten und die nach wie vor hohe Dynamik in der City. Zusätzlich werden seit wenigen Wochen an der Rothenburg und Ludgeristraße die Frequenzen rund um die Uhr mit einem digitalen System erfasst, um weitere Erkenntnisse zum innerstädtischen Leben zu gewinnen. Bei der Auswertung der Daten arbeiten die WFM und die hystreet.com GmbH, ein auf Frequenzmessungen in beliebten Einzelhandelslagen spezialisiertes Start-up-Unternehmen, ab sofort eng zusammen, heißt es in einer Pressemitteilung der WFM.

Frequenzen sind ein wichtiger Indikator für die Attraktivität eines Standorts.

Julian C. Aengenvoort, Geschäftsführer der hystreet.com GmbH

Die Rothenburg in Münster ist eine von 43 Handelslagen, für die hystreet.com in 20 deutschen Städten Frequenzzahlen kostenfrei veröffentlicht. 2019 sollen laut Geschäftsführer Julian C. Aengenvoort sogar rund 100 Messgeräte im gesamten Bundesgebiet installiert sein. „Frequenzen sind ein wichtiger Indikator für die Attraktivität eines Standorts“, so Aemgenvoort. Die Messergebnisse zeigen das Umsatzpotenzial auf und ermöglichen die Ermittlung der Abschöpfungsquote, also den Anteil der Besucher, die tatsächlich etwas gekauft haben. Münster sei ein starker Handelsstandort, der im Portfolio nicht fehlen dürfe.

Die Wirtschaftsförderung, Betreiberin der Messstelle an der Ludgeristraße auf Höhe der Arkaden, nutzt die Passantenfrequenzen zur Beratung des Handels und der Gastronomie. Das Ergebnis dient auch Immobilieneigentümern und Investoren sowie der Stadtplanung zur Potenzialbestimmung innerstädtischer Lagen. „Dank dieses Systems erhalten wir nun auch aktuelle Frequenzzahlen zu Tages-, Wochen- und Monatsverläufen. Wir können Zeiträume miteinander vergleichen und Effekte von besonderen Anlässen auf die Besucherströme feststellen“, erklärt WFM-Geschäftsführer Dr. Thomas Robbers.

Mehr als eine Million Passanten im Dezember

Zum Beispiel sind im Dezember mehr als eine Million Passanten auf der Ludgeristraße auf Höhe des Arkadeneingangs gezählt worden. Die stärkste Woche war die Woche vor Weihnachten (17. bis 23. Dezember) mit mehr als 281.000 Menschen. In der Tagesbetrachtung erreichte der 15. Dezember den Topwert von fast 70.000 Passanten, zumal an diesem Samstag zwischen 15 und 16 Uhr mit 8.500 Fußgängern der höchste Wert gemessen wurde. Und: An Heiligabend nutzten immerhin noch fast 5.000 Menschen zwischen elf und 12 Uhr die Ludgeristraße für einen letzten Bummel im Vorweihnachtsgeschäft. Robbers: „Aussagekraft erhalten diese Zahlen ab 2020 durch den Vergleich mit dem Vorjahr.“

WFM und hystreet.com haben den Austausch der per Laserscanner erfassten Frequenzen, bei denen es sich um Zahlen und keine personenbezogenen Daten handelt, untereinander vereinbart.

Zählgenauigkeit von 99 Prozent 

Auch die Münster Arkaden versprechen sich viel von den Messungen. „Es kann ab sofort erhoben werden, wie viele der Passanten auf der Ludgeristraße und auf der Rothenburg unterwegs sind und auch in die Arkaden abbiegen“, sagt Center-Manager Andreas Theurich. „Aktuell verfügbare Frequenzzahlen sind für uns und alle Händler, zum Beispiel im Weihnachtsgeschäft, von großem Interesse.“ Die Messung mit Laserscannern soll nach Herstellerangaben eine Zählgenauigkeit von 99 Prozent haben.

Die WFM nennt das digitale Verfahren mit echtzeitbasierter Auswertungsmöglichkeit eine „sinnvolle Ergänzung der einmal jährlichen Passantenfrequenzzählung“, mit der das Institut für Geografie der Uni Münster beauftragt ist. Je mehr wir zu unserer City wissen, desto besser kann man der allgemeinen Verunsicherung durch den Onlinehandel begegnen.

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