ASB Münsterland im Berchtesgadener Land
Hilfe für die Helfer

Münster -

Mehrere Tage in einem engen Nachtlager, dazu zunächst nicht genügend Lebensmittel: Feldköche des ASB hatten bei ihrem Einsatz im Süden der Republik mit einigen Widrigkeiten zu kämpfen.

Mittwoch, 16.01.2019, 17:14 Uhr aktualisiert: 16.01.2019, 22:01 Uhr
Verpflegung für rund 1000 Helfer bereitete unter anderem ASB-Feldkoch Stefan Schröder (3.v.r.), eigentlich Polizeibeamter, mit vielen weiteren Freiwilligen zu.
Verpflegung für rund 1000 Helfer bereitete unter anderem ASB-Feldkoch Stefan Schröder (3.v.r.), eigentlich Polizeibeamter, mit vielen weiteren Freiwilligen zu. Foto: privat

Seit über einer ­Woche gilt im Berchtesgadener Land der Katastrophenfall. Menschen schippen fast ununterbrochen Schnee, die Bundeswehr räumt mit Kettenfahrzeugen, Hubschrauber wirbeln den Schnee von einsturzgefährdeten Bäumen und auch Hilfsorganisation sind mit großer Mannstärke vor Ort. Zwei, die in den vergangenen Tagen dabei waren, sind Stefan Schröder und Andre Dahlhaus vom Arbeiter-Samariter-Bund Regionalverband Münsterland mit Sitz in Münster.

Am Sonntagmorgen hatten sich die beiden mit dem allradgetriebenen Spezialfahrzeug „Einsatzküche“ auf den Weg ins mittelfränkische Bad Windsheim gemacht. Von da aus ging es mit Kollegen des dortigen ASB-Regionalverbands weiter ins Berchtesgadener Land, um für die Verpflegung von über 1000 Helfern zu sorgen. Ohne Spezialf­ahrzeuge sei die Hilfe vor Ort kaum noch möglich, so Schröder. Doch auch mit dem geeigneten Fahrzeug erwartete das Duo eine erste Überraschung, als es im Berchtesgadener Land eintraf. „Wir hatten für Montag keine Lebensmittel. Es gab einen akuten Versorgungsengpass“, beschreibt Schröder die Situation vor Ort. Aus Resten und all dem, was man noch habe zusammenkratzen können, sei dann für den Mittag eine Gemüsesuppe für die vielen Helfer gekocht worden. Erst am Dienstag habe man frische Lebensmittel aus München holen können.

Gegen die schwierigen Bedingungen vor Ort habe auch nicht der Regen helfen können, der schon am Sonntagabend, kurz nach der Ankunft der beiden ASBler, kurzzeitig eingesetzt hatte. „Dadurch wurde der Schnee noch schwerer“, stellt Schröder klar, während er sich mit seinem Kollegen nach dem 72-Stunden-Einsatz am Mittwochnachmittag wieder auf dem Heimweg befindet.

Starker Schneefall in Bayern und Österreich

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  • Im Ennstal in Österreich: Ein Hubschrauber, "Alouette III", fliegt in Richtung der abgeschnittenen Ortschaft Radmer im Bezirk Leoben...

    Foto: Peter Lechner/BUNDESHEER/APA/dpa
  • ...Der Helikopter soll dringend benötigte Sauerstoffflaschen für einen Patienten bringen, dessen Vorrat am Mittwoch zu Ende geht. Angesichts neuer möglicher Schneefälle bereitet sich Österreich auf hohe Lawinenwarnstufen vor.

    Foto: Peter Lechner/BUNDESHEER/APA/dpa
  • Feuerwehrmänner tragen in Salzburg Pflanzen aus einem Gewächshaus einer Gärtnerei, das durch massive Schneemassen eingebrochen ist.

    Foto: Franz Neumayr
  • Zwei Feuerwehrmänner schippen Schnee von dem Dach eines Gewächshauses einer Gärtnerei, das unter den Schneemassen einbrach.

    Foto: Franz Neumayr
  • Koppl: Schnee ist am Straßenrand aufgetürmt. Angesichts neuer möglicher Schneefälle bereitet sich Österreich auf hohe Lawinenwarnstufen vor.

    Foto: Barbara Gindl
  • Völlig eingeschneit ist das Jugendhotel Felseralm in Obertauern (Österreich)...

    Foto: privat
  • ...wo derzeit eine Reisegruppe aus Münster festsitzt...

    Foto: privat
  • Die Zeit vertreiben sich die Münsteraner derweil neben Schneeschaufeln mit Eisstockschießen...

    Foto: privat
  • ...oder ganz kreativ bei einer humorigen Klaviervorführung im Schnee.

    Foto: privat
  • Koppl (Österreich): Bäume biegen sich unter der Last des nassen Schnees über eine Straße.

    Foto: Barbara Gindl
  • Ein Auto auf einer Straße ist in Koppel (Österreich) hinter Schneemassen zu sehen.

    Foto: Barbara Gindl
  • Dieses von der Gemeinde Pölstal (Österreich) zur Verfügung gestellte Foto zeigt Feuerwehrleute beim Freilegen eines Daches.

    Foto: Gemeinde Pölstal
  • Die Straße nach Österreich ist am Grenzübergang Mittenwald-Scharnitz auf Grund der Lawinengefahr gesperrt.

    Foto: Angelika Warmuth
  • Ein Straßenschild weist in Garmisch-Partenkirchen (Bayern) auf die Verbindung Bayern-Österreich hin, die wegen Lawinengefahr gesperrt ist.

    Foto: Angelika Warmuth
  • Steirische Ennstal (Österreich): Dieses vom österreichischen Bundesheer zur Verfügung gestellte Foto zeigt einen Hubschrauber des Bundesheers im Einsatz im Steirischen Ennstal. Der Winter hat weite Teile Bayerns weiter fest im Griff.

    Foto: Peter Lechner/BUNDESHEER/APA/dpa
  • Ein Traktor räumt in Traunstein (Bayern) Schnee.

    Foto: Tobias Hase
  • Ein Räumfahrzeug mit Schneefräse fährt in Siegsdorf (Bayern) auf einer Straße.

    Foto: Tobias Hase
  • Pferde stehen in Garmisch-Partenkirchen (Bayern) im Schnee.

    Foto: Angelika Warmuth
  • Zwei Kinder spielen in Traunstein (Bayern) im Schnee.

    Foto: Tobias Hase
  • Sichtlich Spaß hat dieses Kind in Traunstein (Bayern) auf einem Schneehügel.

    Foto: Tobias Hase
  • Fahrzeuge sind in Traunstein (Bayern) eingeschneit und schneebedeckt.

    Foto: Tobias Hase

Untergebracht waren die beiden Helfer des ASB Münsterland auf Feldbetten in einer Schule – gemeinsam mit rund 1000 weiteren Helfern. Der Wecker klingelte für die Feldköche gegen 5 Uhr. „Gute Luft und Akustik“, fasst Schröder die Lage im Quartier mit einem Lachen zusammen. Umso wichtiger, dass die Helfer einen speziellen Lohn erhielten: „Die Menschen vor Ort sind auf uns zugekommen, haben sich sehr ehrlich und herzlich für unsere Arbeit bedankt. Das war schon be­wegend“, erzählt Schröder.

Während die Feldköche aus dem Münsterland am Mittwoch den Heimweg antraten, geht die Arbeit im Berchtesgadener Land weiter: „Eine Kaltfront ist an­gekündigt, daher hat man den Katastrophenalarm nicht aufgehoben“, so Schröder.

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