Von-Esmarch-Straße / Muckermannweg
50 Plätze für Wohnungslose geplant

Münster-Gievenbeck -

Nach einem Vorschlag aus dem Sozialamt könnte im Bereich Von-Esmarch-Straße / Muckermannweg eine dauerhafte Übergangs-Einrichtung für Wohnungslose entstehen. Dort sollen künftig 50 Plätze zur Verfügung stehen. Zunächst war dort eine feste Unterkunft für Flüchtlinge vorgesehen.

Mittwoch, 16.01.2019, 17:58 Uhr
Am Muckermannweg sind derzeit noch Flüchtlinge untergebracht. In diesem Bereich soll eine Einrichtung für Obdachlose entstehen.
Am Muckermannweg sind derzeit noch Flüchtlinge untergebracht. In diesem Bereich soll eine Einrichtung für Obdachlose entstehen. Foto: Kay Böckling

Mit dem Konzept der dezentralen Unterbringung von Asylsuchenden hat die Stadt Münster in der Vergangenheit – vor der großen Flüchtlingswelle – positive Erfahrungen gemacht. Basierend darauf schlägt das Sozialamt nach einem entsprechenden Ratsbeschluss aktuell auch einen ähnlichen Kurs bei der Betreuung von Wohnungslosen und deren Unterbringung ein. Das Areal rund um die ehemaligen Briten-Häuser im Bereich Von-Esmarch-Straße / Muckermannweg spielt dabei eine wichtige Rolle.

Laut eines Vorschlags aus dem Sozialamt könnte an diesem Standort nämlich eine dauerhafte Übergangs-Einrichtung für Wohnungslose entstehen. Basierend auf dem bisherigen Dezentralisierungs-Konzept soll sich die Nutzung auf 50 Plätze beschränken. Mit dieser Einrichtung würde eine Umnutzung einhergehen: Eigentlich war in diesem Bereich eine dauerhafte Flüchtlingseinrichtung angestrebt worden.

Die Nutzungsänderung – so sie denn die zuständigen politischen Gremien passiert – ist natürlich abhängig von der künftigen Eigentumssituation sowie der avisierten Standortentwicklung. Denn: Aktuelle Besitzerin der Flächen sowie der darauf befindlichen ehemaligen Briten-Häuser ist noch immer die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima). Und die hat bekanntlich den Auftrag, die Gebäude respektive die Grundstücke zu verkaufen.

Die Stadt Münster soll nun auf Vorschlag des Sozialamts mit der Bima klären, ob Gründe gegen eine derartige Nutzung als Obdachlosen-Einrichtung sprechen. Unter anderem soll auch geprüft werden, „wie gegebenenfalls ein Erwerb für diese Nutzung auch in Zusammenhang mit der planerischen und wirtschaftlichen Entwicklung des gesamten Bereichs ermöglicht werden kann“.

Nach Meinung des Sozialamts erfüllt der ins Auge gefasste Standort die Anforderungen an eine Wohnungslosen-Einrichtung nach dem neuen Konzept sehr gut: geringe Entfernung zum Zentrum, Bushaltestelle in unmittelbarer Nähe, benötigte Infrastrukturangebote in angemessener Entfernung. „Dies gilt für Einkaufs- und Versorgungsangebote sowie für die soziale Infrastruktur, also etwa Schulen oder Kindertageseinrichtungen“, schreibt das Sozialamt zur Standortqualität.

Für eine gelingende Integration „von wohnungslosen Familien“ – und hier beschreibt das Fachamt auch gleich die Nutzergruppe, also Familien – fänden sich am Standort also gute Rahmenbedingungen.

„Die Nutzung des Standorts als Übergangseinrichtung hat sich bewährt“, schreibt die Fach-Verwaltung. Auf dem Höhepunkt des Flüchtlingszuzugs Ende 2015 seien in dem Bereich Von-Esmarch-Straße / Muckermannweg bis zu 300 Flüchtlinge untergebracht worden: „Trotz dieser sehr hohen Konzentration konnte die Unterbringung gut und für die Umgebung weitgehend reibungslos organisiert werden.“

Daher gehe die Verwaltung davon aus, dass „die dauerhafte Unterbringung von circa 50 Menschen aus wohnungslosen Familien am Standort in einer neu gebauten Übergangseinrichtung unter sehr guten Rahmenbedingungen möglich sein wird“. Und dieser Satz sagt aus, was die Stadt dort plant: Die ehemaligen Briten-Häuser sollen neu zu bauenden Immobilien weichen. Das bestätigte Heinz Lembeck vom Sozialamt auf Anfrage.

Derzeit werden die Häuser am Muckermannweg nicht genutzt. Im Zuge des „Freizugsmanagements für städtische Flüchtlingsunterkünfte“ gab die Stadt die Häuser Anfang dieses Jahres an die Bima zurück. Die Flächen an der Von-Esmarch-Straße hingegen werden weiter für die Unterbringung von Flüchtlingen benötigt, bis das neue Konzept für die Unterbringung von Wohnungslosen greift.

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