UKM-Anästhesie setzt auf Mehrweg statt Einweg
Gegen den Plastikmüll

Münster -

Larynxmasken aus Kunststoff sichern die Atemwege unter Narkose. Am Universitätsklinikum Münster werden davon jede Menge benötigt. Sie setzt nun auf Mehrweg- statt Wegwerfartikel.

Donnerstag, 17.01.2019, 10:00 Uhr
Niklas Wiechert (l.), Mitglied der OP-Gesamtleitung am Universitätsklinikum, und der Leiter der AGA, Klaus Lehmkuhl, mit den neuen Mehrweg-Larynxmasken.
Niklas Wiechert (l.), Mitglied der OP-Gesamtleitung am Universitätsklinikum, und der Leiter der AGA, Klaus Lehmkuhl, mit den neuen Mehrweg-Larynxmasken. Foto: UKM

Bis zu 1,25 Fußballfelder könnte man mit den Larynxmasken aus Kunst stoff füllen, die bisher jährlich am Universitätsklinikum Münster (UKM) zur Sicherung der Atemwege unter der Narkose verwen det wurden. „Eine ganze Men ge, wenn man bedenkt, dass man diesen Plastikmüll auch stark reduzieren kann“, sagt Niklas Wiechert, Fachgesund heits- und Krankenpfleger für Intensivpflege und Anästhesie sowie Mitglied der OP-Gesamtleitung.

Bei pro Jahr 13 000 von insgesamt rund 40 000 Operationen am UKM werden Larynxmasken eingesetzt, heißt es in einer Pressemitteilung des UKM. Sie dienen nach eigenen Angaben dazu, die Atemwege bei narkotisierten Patienten offen zu halten und sind damit ein Standardutensil.

„Bisher waren diese Masken für uns ein Wegwerfartikel“, sagt Dr. Thomas Ermert, Oberarzt der Klinik für Anästhesiologie und zuständig für das Ärztliche Qualitätsmanagement.

„Mit der Umstellung auf Mehrweg zum Jahresbeginn 2019 liegen wir nicht unbe dingt im Trend, denn in Kran kenhäusern setzt sich immer mehr der Ansatz durch, dass nur Einwegartikel die hygienischen Standards einhalten. Aber mit unserer Aufbereitungsanlage für Anästhesie, kurz AGA, haben wir hausintern die Möglichkeit, nach einem zertifizierten Reinigungsverfahren die Masken so aufzubereiten, dass sie absolut unbedenklich sind“, so Ermert.

Diese Aufbereitung ist komplex: In der AGA werden die Larynxmasken in einer speziellen Spülmaschine gespült, anschließend getrocknet und eingeschweißt, damit sie bis zur Verwendung im OP absolut keimfrei bleiben. Bis zu 40 Mal können die Larynxmasken diesen Aufbereitungs-Prozess durch laufen, bis sie schließlich aussortiert werden müssen. Nebenbei spare das Mehrwegsystem auch noch Geld. Bis zu 18 000 Euro niedriger liegen die jährlichen Kosten, hat die Klinik für Anästhesiologie überschlagen.

Und in noch einem weiteren Punkt will die Anästhesiologie am UKM künftig ökologisches Vorbild sein: Die Wärmedecken, die für die aktive operative Wärmung von Patienten eingesetzt werden und helfen sollen, Komplikationen während und nach einer Operation zu vermeiden, sind künftig aus Textil statt wie bisher aus Kunststoff – auch hier setzt die Klinik auf Mehrweg.

„Dementsprechend können die Decken gewaschen werden“, erklärt Niklas Wiechert und betont: „Den Müllwust im OP einzudämmen, ist unser Ziel.“

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