Baum stürzte auf Antonius-Pfarrheim
Zähes Ringen mit der Versicherung

Münster -

Heute vor einem Jahr fegte einer der schwersten Stürme der vergangenen Jahrzehnte über Münster hinweg. „Friederike“ sorgte für Millionenschäden. Die Folgen, die das Orkantief für die münsterischen Wälder hatte, sind noch lange nicht abgearbeitet.

Freitag, 18.01.2019, 07:00 Uhr aktualisiert: 18.01.2019, 07:18 Uhr
 Auf das Pfarrheim der St.-Antonius-Kirche stürzte ein großer Baum. Zum Glück befand sich zu diesem Zeitpunkt niemand im Gebäude.
 Auf das Pfarrheim der St.-Antonius-Kirche stürzte ein großer Baum. Zum Glück befand sich zu diesem Zeitpunkt niemand im Gebäude. Foto: Matthias Ahlke

Es ist kurz vor 11 Uhr, als am 18. Januar 2018 – also genau vor einem Jahr – Orkantief Friederike das Stadtgebiet von Münster erreicht. In den folgenden Stunden verursacht es zahlreiche Schäden an öffentlichen und privaten Gebäuden, Pkw- und Bahnverkehr werden beeinträchtigt, selbst gestandene Bäume haben den Böen nichts entgegenzusetzen. Polizei und Feuerwehr arbeiten bis zum Abend einen Einsatz nach dem nächsten ab. Am Ende steht fest: Friederike war nach Kyrill (2007) der zweitstärkste Orkan seit Jahrzehnten.

Wir hatten trotz allem Riesenglück.

Michael Krapp, Verwaltungsreferent der Pfarrgemeinde St. Joseph Münster Süd

Fast 20 Meter hoch ist der Baum, der gegen Mittag auf das Pfarrheim der Antoniuskirche fällt. Das erst wenige Monate zuvor sanierte Dach wird schwer beschädigt, auch Außenmauern und Fundament werden in Mitleidenschaft gezogen. Menschen werden wie durch ein Wunder nicht verletzt. „Wir hatten trotz allem Riesenglück“, betont Michael Krapp, Verwaltungsreferent der Pfarrgemeinde St. Joseph Münster Süd.

„Erst ein halbes Jahr zuvor war die Standfestigkeit des Baumes überprüft worden“, sagt Krapp. Damals habe es nichts zu beanstanden geben.

Orkan "Friederike": Aufräumarbeiten an der Antoniuskirche

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  • Sturm „Friederike“: Entwurzelter Baum beschädigt Pfarrsaal der Antoniuskirche Foto: Matthias Ahlke
  • Sturm „Friederike“: Entwurzelter Baum beschädigt Pfarrsaal der Antoniuskirche Foto: Matthias Ahlke
  • Sturm „Friederike“: Entwurzelter Baum beschädigt Pfarrsaal der Antoniuskirche Foto: Matthias Ahlke
  • Sturm „Friederike“: Entwurzelter Baum beschädigt Pfarrsaal der Antoniuskirche Foto: Matthias Ahlke
  • Sturm „Friederike“: Entwurzelter Baum beschädigt Pfarrsaal der Antoniuskirche Foto: Matthias Ahlke
  • Sturm „Friederike“: Entwurzelter Baum beschädigt Pfarrsaal der Antoniuskirche Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Oliver Werner
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  • Foto: Oliver Werner
  • Foto: Oliver Werner

Bis alle Schäden behoben sind, dauert es allerdings bis Ende des Jahres. Denn die Versicherung erweist sich als weniger kulant, als es sich die Gemeinde erhofft hat. „Sie argumentierte, dass es am beschädigten Gebäude bereits Vorschäden gegeben habe“, berichtet Krapp. Der große Baum, so die Versicherung, habe dem Boden so viel Wasser entzogen, dass sich an den Wänden des Pfarrheims Risse gebildet hätten. Soll heißen: Orkantief Friederike sei nur zum Teil für die Schäden verantwortlich gewesen.

Kostenteilung vereinbart

„Wir wollten uns nicht auf einen Rechtsstreit einlassen“, sagt Krapp. Und so wurde eine Teilung der Gesamtkosten (80 000 Euro) vereinbart. Immerhin: Nicht die Gemeinde muss den kirchlichen Anteil begleichen, sondern das Bistum, weil das Pfarrheim vor allem von der polnischen, spanischen und tamilischen Gemeinde genutzt wird.

„Gutachter gegen Gutachter, so hat sich alles hingezogen“, blickt Krapp auf die Zeit nach Friederike zurück. Er stellt klar: „Wir hatten uns die Schadensregulierung anders vorgestellt.“

Der Tag nach Sturm „Friederike“ in Münster

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  • Am Tag nach Sturmtief „Friederike“ werden in Münster viele Schäden beseitigt.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Glück im Unglück hatte die Martin-Luther-Schule im Kreuzviertel.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Eine Kastanie vor der Schule ist auf das Schulgebäude gestürzt.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Der 25 Meter hohe Baum kippte auf das Schulgebäude, durchschlug ein Fenster und beschädigte das Dach.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Schulleiterin Marion Schmitz-Matschke sprach von einer „glücklichen Fügung, dass niemand verletzt wurde.“

    Foto: Matthias Ahlke
  • „Alle Kinder waren zu dieser Zeit im offenen Ganztag im Parterre“, berichtet die Schulleiterin.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Am Hauptbahnhof kümmerten sich Arbeiter am Freitag um das heruntergerissene Dach eines Bahngebäudes.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Die Bahn setzte einen Arbeitszug ein.

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  • Wegen der Aufräumarbeiten...

    Foto: Matthias Ahlke
  • ...wurde die Hafenstraße im Bereich der Bahnunterführung gesperrt.

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  • Die Sperrung führte den ganzen Tag...

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  • ...zu erheblichen Behinderungen im Verkehr.

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  • Die Bremer Straße wurde zum Nadelöhr, es entstanden lange Staus.

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  • Am Hauptbahnhof fielen am Freitag...

    Foto: Matthias Ahlke
  • ...noch viele Züge aus.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Am Hauptbahnhof mussten sich viele Reisende nach Alternativen umsehen.

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  • Auch der Pendelverkehr ins Münsterland war am Morgen stark eingeschränkt.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Auch der Busverkehr war am Freitag noch eingeschränkt. Am Morgen kam es zu erheblichen Verspätungen.

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  • Für die Strecke nach Rheine wurde ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet.

    Foto: Matthias Ahlke
  • An der Von-Steuben-Straße warteten Dutzende auf die Ersatzbusse.

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