Klage gegen Sportplatz des Bistums
Nachbarn wollen „Zöli-Bad“ stilllegen

Münster -

Das Bischöfliche Priesterseminar unterhält eine eigene Sportanlage am Aasee. Dort geht es zu laut zu, meinen Nachbarn - und klagen.

Donnerstag, 17.01.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 17.01.2019, 19:42 Uhr
Nachbarn klagen gegen den angeblich zu lauten Betrieb auf der Sportanlage des Bistums an der Annette-Allee.
Nachbarn klagen gegen den angeblich zu lauten Betrieb auf der Sportanlage des Bistums an der Annette-Allee. Foto: Matthias Ahlke

So viel steht unbestritten fest: Die Sportanlage am Ende der Annette-Allee unweit des Aasees befindet sich in exklusiver Lage, direkt angrenzend an das ausgewiesene Wohngebiet. Im Volksmund läuft sie unter „Zöli-Bad“, weil sich hier neben dem Fußballplatz hinter hohen Bäumen und Sträuchern eben auch ein Schwimmbad für Priesteramtskandidaten des Bistums befindet. Doch vor allem am Betrieb auf dem Sportplatz nehmen die unmittelbaren Nachbarn erbost Anstoß.

Wenn sie sommertags auf der Terrasse ihres rund 3000 Quadratmeter großen Grundstücks mit herrlichem See-Blick sitzen, meinen sie nämlich, unzumutbarem Lärm der Sportler ausgesetzt zu sein. Damit nicht genug: Das Ehepaar klagt über Schäden durch Fußbälle, die in ihren Garten fliegen, und über Spieler, die dann einfach über den Zaun klettern, ohne auf die Anpflanzungen zu achten. Kurzum: „Ein rücksichtsloser Betrieb an vielen Tagen im Jahr“, wie Kläger-Anwalt Dr. Paul Lodde vor dem Verwaltungsgericht die Situation am Ende der feinen Sackgasse dramatisch klingend zusammenfasst.

Klare Regeln für Sportler

Die Nachbarn verlangen deshalb schon länger von der Stadt Münster, die Sportanlage des Bischöflichen Priesterseminars stillzulegen – zumindest aber Auflagen zu machen, um die „erheblichen Lärmemissionen“ zu senken. Weil die Behörde dafür aber keinen Anlass sieht, treffen sich beide Seiten an diesem Donnerstag vor Gericht – mit unverrückbaren Positionen, wie nach kurzer Zeit ein um Vermittlung bemühter Richter erkennen muss.

Ein bauordnungsrechtliches Einschreiten, wie von den Klägern gefordert, sei jedenfalls nicht erforderlich, argumentiert die Stadtverwaltung. Schließlich sei die seit Mitte der 30er-Jahre genutzte Sportanlage nur einem eng begrenzten Personenkreis gestattet – mit detaillierter Benutzungsordnung. Im Sommer herrscht ein Monat Pause, Meisterschaftsspiele finden dort gar nicht statt, Sonderveranstaltungen 2017 nur vier. Zwischen Ende Oktober und Ostern ist der Platz ganz dicht. Bislang habe es auch keine aktenkundigen Beschwerden über Lärm gegeben. Im Übrigen hätten die Eigentümer ihr Grundstück in Kenntnis der Sportanlage erworben.

Keine Lösung in Sicht

Angesichts dieser Ausgangslage und des nach eigener Ansicht Entgegenkommens will das Priesterseminar auch eine von den Nachbarn vorgelegte Nutzungsvereinbarung nicht unterschreiben. Dass sich der Spielbetrieb als „unzumutbar, rücksichtslos und gesundheitsgefährdend“ darstellt, wie von den Anwohnern behauptet, die aber auch kein Lärm-Gutachten vorlegen, kann der Richter nicht erkennen.

Er selbst hat sich im Sommer auf der „wunderschönen Terrasse“ einen eigenen Eindruck verschafft. „Unzumutbare Beeinträchtigungen habe ich nicht erleben können“, stellt er im Gerichtssaal fest. Dass der Richter der Klage keine Chance einräumt, lässt er die Nachbarn wissen. Die drängen trotzdem auf ein Urteil. Dabei schwant dem erfahrenen Juristen schon: „Wir kriegen da keinen Frieden rein.“

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