Mehr Knöllchen, mehr Unfälle
ADAC hinterfragt Verkehrskontrollen

Münster -

Der ADAC kritisiert die Stadtverwaltung. Anlass ist die Bekanntgabe der Bußgeldeinnahmen im Jahr 2018. 

Dienstag, 22.01.2019, 10:00 Uhr aktualisiert: 22.01.2019, 10:35 Uhr
Heike Niemann-Frey und Norbert Vechtel vom Ordnungsamt inspizieren ein Lasermessfahrzeug zur Tempoüberwachung.  
Heike Niemann-Frey und Norbert Vechtel vom Ordnungsamt inspizieren ein Lasermessfahrzeug zur Tempoüberwachung.   Foto: hpe

Bei Bekanntgabe der Bußgeldeinnahmen im Jahr 2018 hat die Stadt Münster von einem „guten Ergebnis“ gesprochen.

„Diese Äußerung müssen wir vom Automobil-Club Münster im ADAC (ACM) durchaus als zynisch bezeichnen, betrachtet man sich die Unfallentwicklung der letzten Jahre“, heißt es in einer Reaktion des ADAC dazu. Offenbar gelte für die Stadt Münster die einfache Gleichung: „Weniger Einnahmen aus Verstößen gleich weniger Unfälle“.

Zunahme der Unfälle in allen Bereichen

So einfach sei es aber nicht: „Seit Anbeginn 2007 sind wir in der Ordnungspartnerschaft Verkehrsunfallprävention (OPVU) und bemühen uns, das Ziel einer Senkung der Unfallzahlen um jährlich zehn Prozent zu unterstützen.“ Nach anfänglichen Erfolgen zeige allerdings die Unfallstatistik seit 2013 wieder eine Zunahme der Unfälle in allen Bereichen, obschon seit längerem Stadtverwaltung und Polizei über das ganze Stadtgebiet verteilt Geschwindigkeitskontrollen durchführen. Leider werde in den seltensten Fällen durch die Polizei mit Anhaltewagen gemessen, um psychologisch auf die Verkehrssünder einzuwirken.

„Dies alles hat aber nicht zu einer Senkung der Unfälle, seien es Pkw-Fahrer, Radfahrer oder Fußgänger, geführt.“ Wiederholt habe der ACM darauf hingewiesen, dass zielgerichteter gearbeitet werden müsse, um die Steigerung der Unfallzahlen endlich umzukehren. Die Steigerung der Einnahmen war hingegen 2017 im Vergleich zu 2016 mit rund 100.000 Euro nicht nur eingeplant, sondern auf Grund der Tatsache, dass ein weiterer Radarwagen für insgesamt rund 100.000 Euro angeschafft wurde, auch zu erwarten.

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