Tempo-30-Einführung
Einen Gang zurückschalten

Münster -

Zum 1. Februar kommt auf einigen Straßen in der Innenstadt Tempo 30. Die Polizei hat gegenüber unserer Zeitung auf Nachfrage angekündigt, die neuen Limits kontrollieren zu wollen.

Dienstag, 22.01.2019, 18:15 Uhr aktualisiert: 22.01.2019, 22:00 Uhr
Nicht nur am Bült, auch auf der Münzstraße gilt ab 1. Februar Tempo 30.
Nicht nur am Bült, auch auf der Münzstraße gilt ab 1. Februar Tempo 30. Foto: Matthias Ahlke

Jetzt wird's ernst: Ab dem 1. Februar gilt auf zahlreichen Verkehrsachsen der Innenstadt Tempo 30. Die Verwaltung setzt damit zeitplangerecht einen Beschluss des Rates um, der 2017 gefasst worden war.

Die Antworten auf die wichtigsten Fragen:

► Wo gilt Tempo 30?

Die Temporeduzierung wird ab 1. Februar auf Wolbecker Straße, Nordstraße, Engelstraße, Schorlemerstraße, Herwarthstraße, Aegidiistraße, Münzstraße, Bergstraße, An der Apostelkirche, Voßgasse, Bült, Mauritzstraße und auf der Moltkestraße gelten. Hinzu kommt der Bereich der Hammer Straße vom Kreisel bis Ecke Geiststraße. Dort allerdings wird das neue Tempolimit nur nachts eingeführt.

► Warum kommt Tempo 30?

Der Rat hat die Änderungen als einen Teilaspekt des Lärmaktionsplans verabschiedet – mit großer Mehrheit. Lediglich die FDP und die AfD stimmten seinerzeit gegen die Reduzierung des Tempos. ÖDP und Linken geht der Vorstoß längst nicht weit genug.

► Wieso handelt es sich nicht um Tempo-30-Zonen?

Sogenannte Tempo-30-Zonen werden üblicherweise in Wohngebieten eingerichtet. Die Vorfahrt ist in diesen Zonen mit „Rechts vor Links“ geregelt. Zudem werden in Tempo-30-Zonen, das ist rechtlich geregelt, keine benutzungspflichtigen Radwege ausgewiesen.

► Was hat die Stadt bei der Einführung von Tempo 30 zu beachten?

Mit dem Aufstellen der jeweiligen Verbotsschilder, die ein schnelleres Fahren als 30 km/h nicht erlauben, ist es für die Verwaltung nicht getan. Deutlich aufwendiger gestaltete sich die Einführung einer neuen Ampelschaltung, die vor allem im Bereich der Nordtangente (Münzstraße) sowie im Bahnhofsbereich viele Veränderungen nach sich zog, damit der Verkehrsfluss gewährleistet ist. Zudem mussten die Sicherheitszeiten an sämtlichen betroffenen Kreuzungen überprüft werden. Die Zeit, die ein Auto braucht, das in der letzten Sekunde der Grünphase in die Kreuzung einfährt, bis es die Kreuzung wieder geräumt hat, verlängert sich aufgrund der niedrigeren Geschwindigkeit des Fahrzeugs. Bei einigen der betroffenen Ampeln – allerdings nicht bei allen – habe es daher zusätzliche Anpassungen geben müssen, so Verkehrsplaner Andreas Pott.

► Was kostet die Einführung?

Rund 200.000 Euro werden das Anbringen der neuen Schilder sowie das Überprüfen und die Veränderungen an den Lichtsignalanlagen am Ende kosten. Ungünstig, weil die bis zum 1. Februar noch aktuelle Schaltung erst 2014 eingerichtet worden war. Hinzu kommen Kosten für eine Evaluation. Von September 2018 bis September 2019 lässt die Stadt von externen Gutachtern die Auswirkungen der Tempo-30-Einführung überprüfen. Auf rund 400.000 Euro sollen sich die Gesamtkosten aller Maßnahmen für die Tempo-30-Einführung belaufen.

► Was soll erreicht werden?

Stadt und Rat erhoffen sich von der Einführung neben erhöhter Sicherheit und weniger Schadstoffausstoß auch eine Reduzierung des Lärms. Zwei bis drei Dezibel sollen es sein. Genau daran aber gibt es auch Kritik. Die FDP argumentierte vor dem Entscheid, erst ein Unterschied von drei Dezibel sei für das Ohr überhaupt wahrnehmbar.

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