Pro & Contra
Tempo 30 in Münsters Innenstadt – bringt das was?

Münster -

Zum 1. Februar kommt auf einigen Straßen in der Innenstadt Tempo 30. Auf der Hammer Straße zwischen Geiststraße und Ludgeriplatz, allerdings nur nachts. Bringt das was?

Samstag, 26.01.2019, 17:00 Uhr aktualisiert: 26.01.2019, 17:09 Uhr
Pro & Contra: Tempo 30 in Münsters Innenstadt – bringt das was?
Im Bereich der Hammer Straße vom Kreisel bis Ecke Geiststraße gilt ab dem 1. Februar auch eine Temporeduzierung. Foto: Oliver Werner

Pro: Es wird leiser

Machen wir uns nichts vor: Es reicht nicht aus, ein paar Schilder aufzustellen, und sofort wird Tempo 30 gefahren. Die Verkehrsteilnehmer werden sich daran gewöhnen müssen; erst recht an die zumindest ungewöhnliche Regelung, nachts bei freier Straße langsamer sein zu müssen als tagsüber. Doch man gewöhnt sich dran.

Nicht zuletzt bei einer Straße, die – trotz ihrer Bedeutung als wichtige Einfallstraße – mit ihren Bäumen, Parkflächen und Radwegen so deutlich den Charakter einer innerstädtischen Wohn- und Geschäftsstraße trägt. Tagsüber kann man in der Regel nicht schneller fahren, nachts soll man es nicht: Im Ergebnis wird sich die Hammer Straße insgesamt beruhigen.

Die Frage, ob ein Auto bei Geschwindigkeit X im Gang Y auf Straßenbelag Z mehr oder weniger Dezibel von sich gibt, ist Erbsenzählerei, hier geht es eher ums Grundsätzliche: Auf der Hammer Straße sollen die Autofahrer insgesamt aufmerksamer, zurückhaltender und rücksichtsvoller unterwegs sein. Unterm Strich wird es damit auch leiser werden. (Lukas Speckmann)

Contra: Der falsche Ansatz

Gut einen Kilometer lang ist das Teilstück auf der Hammer Straße, auf dem ab 1. Fe­bruar Tempo 30 eingeführt wird. Vernünftig – möchte man meinen. Aber nur nachts? Damit wird auf der Hammer Straße nun wirklich kein Problem gelöst. Verstehen Sie das bitte nicht falsch. Die Hammer Straße ist die tollste Straße der Stadt. Weniger hip als die Wolbecker vielleicht und nicht so prunkvoll wie der Prinzipalmarkt.

Auch nicht so schick wie die Hoyastraße des Kreuzviertels. Und doch verbinden hier Geschäfte und Gastronomie, das Preußenstadion, der Südpark und nicht zuletzt Menschen aller Couleur das Ganze zu einem fantastisch bunten Mix vor tristen Hausfassaden. Das hat zur Folge, dass hier tagsüber richtig Trubel ist.

Anfahrende Busse, hupende Autofahrer und der alte Herr, der mal wieder mit Musik in Diskothekenlautstärke nachts durch die Straße zieht. Sorry, aber wer auf der Hammer Straße – einer Wohnlage, in der sich Menschen bewusst für Trubel entschieden haben – für weniger Lärm sorgen möchte, der muss andere Schritte gehen, als nachts Tempo 30 einzuführen. (Björn Meyer)

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6348442?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F
Nachrichten-Ticker