Kostümverkauf im Stadttheater
Stoffgewordene Zeitreisen

Münster -

Am Theater fand am Wochenende der traditionelle Kostümverkauf statt. Was nicht mehr benötigt wird, wurde unter die Leute gebracht.

Sonntag, 27.01.2019, 19:30 Uhr aktualisiert: 28.01.2019, 16:04 Uhr
Kostüme und Einzelteile konnten in einer Umkleide-Box anprobiert werden. Viele Stücke ließen sich auch schnell und unverfänglich über den Alltagsdress ziehen oder an die Figur halten.
Kostüme und Einzelteile konnten in einer Umkleide-Box anprobiert werden. Viele Stücke ließen sich auch schnell und unverfänglich über den Alltagsdress ziehen oder an die Figur halten. Foto: klm

Das hellblaue Oberteil mit dem goldenen V-Ausschnitt hat ein Sänftenträger in Giuseppe Verdis Oper „Aida“ getragen. „Das gibt es auch in Rot“, erzählte Fundusverwalterin Agnes Henrichmann einer Besucherin. Für welche Rolle Kleider, Mäntel oder Hüte einst in Theateraufführungen eingesetzt wurden, weiß sie sehr genau.

Für zwei Stunden boten die Städtischen Bühnen am Samstag aussortierte Kostüme für jedermann an. „Etwa 400 sind es“, sagte die Funduschefin. Manche seien zwei Jahre alt, andere 20. Aus Rollen „des Rokoko, der Jahrhundertwende, moderne Kostüme, Alltags- oder Gelumpesachen“. Je nachdem, welchen Charakter der Schauspieler verkörperte.

Theater verkauft ausgediente Kostüme

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  • Am Theater fand am Wochenende der traditionelle Kostümverkauf statt. Was nicht mehr benötigt wird, wurde unter die Leute gebracht. 

    Foto: klm
  • Für zwei Stunden boten die Städtischen Bühnen am Samstag aussortierte Kostüme für jedermann an.

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  • Schon vor Öffnung um 14 Uhr warteten über 80 Interessierte vor dem Haupteingang, um von Anfang an mitstöbern zu können. 

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  • Dann ging es ruhig und ohne Hektik ins obere Foyer, wo an Garderobenständern Teile ausgeguckt, vor Spiegeln an die Figur gehalten und vieles auch anprobiert wurde.

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  • Foto: Klaus Möllers
  • Foto: Klaus Möllers

Schon vor Öffnung um 14 Uhr warteten über 80 Interessierte vor dem Haupteingang, um von Anfang an mitstöbern zu können. Dann ging es ruhig und ohne Hektik ins obere Foyer, wo an Garderobenständern Teile ausgeguckt, vor Spiegeln an die Figur gehalten und vieles auch anprobiert wurde.

„Wir finden immer neue Sachen“, erklärte Besucherin Katharina Haarmann amüsiert über ihre eigene ungewohnte Erscheinung, während sie ein Kleid trug, das zu einer Barock-Rolle gehört haben könnte. „Man findet die schönsten Kostüme hier. Und das in einer hervorragenden Qualität. Alles ist einzeln genäht“, sagte die Münsteranerin ganz angetan. „Sobald jemand ein Kostüm trägt, hat er einen anderen Gang, einen anderen Blick“, meinte Fundusverwalterin Henrichmann. Viele der geschätzt 300 Besucher hatten beim Ausprobieren – zusammen mit Partner oder Freunden – augenscheinlich Spaß. „Man kann die Sachen für Partys nehmen, für den Karneval oder wofür man sonst möchte“, erklärte die Theatermitarbeiterin. Die Preise: von zwei Euro etwa für einen Gürtel oder zehn für einen Hut bis zu 80 für aufwendig gefertigte Teile.

Besucherin Haarmann wusste noch nicht, ob sie das, was sie aussuchte, „beim Karneval oder vielleicht bei einem Krimi-Dinner“ anziehen wird. Burkhard Hild aus Wolbeck hat einen dunklen Wintermantel samt kunstfellbesetztem Kragen für 35 Euro gekauft. „Unser Motto zu Karneval ist die Figur Oliver Twist. Wir wollen mit unseren Verkleidungen zum Rosenmontag, zum ZiBoMo und zum Zug in Deventer.“

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