Quartiersmanagement traf sich mit Anliegern
Bremer Platz: „Aggressivität nimmt zu“

Münster -

„Die Aggressivität am Bremer Platz nimmt zu.“ Dies kritisierten Immobilienbesitzer und Gewerbetreibende aus dem Bahnhofsviertel bei einem Treffen mit dem Quartiersmanagement. Zugleich erläuterten sie, wie sich den Bremer Platz der Zukunft vorstellen.

Dienstag, 29.01.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 29.01.2019, 19:15 Uhr
Die Situation am Bremer Platz wird von Immobilienbesitzern und Gewerbetreibenden kritisiert. Neben der Toilettenanlage, die aktuell vor allem für Drogenkonsum genutzt wird, soll demnächst eine weitere Toilettenanlage entstehen.
Die Situation am Bremer Platz wird von Immobilienbesitzern und Gewerbetreibenden kritisiert. Neben der Toilettenanlage, die aktuell vor allem für Drogenkonsum genutzt wird, soll demnächst eine weitere Toilettenanlage entstehen. Foto: Matthias Ahlke

„Die Aggressivität am Bremer Platz nimmt zu“, kritisiert ein Immobilienbesitzer aus dem Bahnhofsviertel. „Unsere Mieter trauen sich nicht mehr aus dem Haus, weil Personen aus der Drogenszene im Eingangsbereich stehen. Kürzlich wurde sogar versucht, Briefkästen in Brand zu setzen.“

Am Montagabend haben die von der Stadt eingesetzten Quartiersmanager Stefan Scholz und Christina Möller zu einem ersten Treffen der Interessengruppe der Immobilienbesitzer und Gewerbetreibenden eingeladen, Anwohner, Ordnungsbehörden und soziale Institutionen waren bereits zu einem früheren Zeitpunkt zusammengekommen. Die Ergebnisse sollen in die Umgestaltung des Bremer Platzes einfließen und helfen, früh Fehlentwicklungen zu erkennen.

Mehr Unruhe

Seit die Bauarbeiten für das „Hansator“ begonnen haben, habe die Unruhe in der Szene zugenommen, kritisieren Teilnehmer. Die „Szene“ – Dealer und Drogensüchtige – halte sich verstärkt auch in Kellern, Gärten und Hauseingängen auf. Die Zahl der Dealer habe zugenommen, von Prostitution ist die Rede.

„Die Szene wird aber nicht wegen der Bauarbeiten verdrängt“, kritisiert ein Anlieger. „Mitglieder der Szene verlassen den Bremer Platz, um anderswo Drogengeschäfte zu machen.“

Auf großes Unverständnis stoßen Pläne der Stadt, neben dem Toilettenhäuschen am Bremer Platz eine weitere Toilettenanlage zu errichten, um der Verschmutzung durch Fäkalien entgegenzuwirken. „Warum werden dafür Steuergelder ausgegeben? Es ist doch abzusehen, dass die wie die andere Toilette zu einem Drückerraum wird“, merkt ein Anlieger an.

Partnerschaftliche Lösungen gefordert

„Eine Lösung der Probleme wird es nicht von heute auf morgen geben“, betont Quartiersmanager Scholz – und verweist zugleich darauf, dass bereits einige Ad-hoc-Maßnahmen wie zum Beispiel ein Sichtschutz umgesetzt worden seien. Probleme gelte es, „partnerschaftlich zu lösen“.

Was wünschen sich Immobilienbesitzer und Gewerbetreibende in Zukunft vom Bremer Platz? „Er soll wieder lebenswert werden, das ist alles“, sagt eine Anliegerin. „Die Kriminellen sollen weg“, sagt ein anderer. „Eine Infrastruktur mit Flächen für Kinder, Sport und Hunde, damit sich die Szene hier nicht mehr festsetzt“, wünscht sich ein weiterer Teilnehmer.

Stimmen, dass die Szene (wie vom Rat beschlossen) nicht verdrängt werden sollte, hört man an diesem Abend nicht. Umso größer ist die Skepsis, dass sich an der aktuellen Situation nicht allzu viel zum Besseren wenden wird „Wieso wird hier ein rechtsfreier Raum geduldet, selbst vom Polizeipräsidenten?“, fragt ein Anlieger, der sich nicht länger mit der Situation abfinden will. „Unser Viertel übernimmt doch die Opferrolle für den Rest der Stadt.“

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