Millionenschwere Baupläne
Neues Stadthaus für die Verwaltung

Münster -

Drei große Stadthäuser hat die Stadt Münster - ein viertes soll im Jahr 2022 eröffnet werden. Das millionenschwere Bürogebäude soll am Albersloher Weg gebaut werden.

Freitag, 01.02.2019, 20:00 Uhr aktualisiert: 04.02.2019, 09:18 Uhr
Millionenschwere Baupläne: Neues Stadthaus für die Verwaltung
Münsters Stadtverwaltung, hier das Stadthaus 1 Foto: Oliver Werner

Die Stadt Münster plant den millionenschweren Neubau eines Stadthauses auf dem freien Grundstück gegenüber der Diskothek „Jovel“ am Albersloher Weg. Der Rat soll bereits Mitte Februar den Grundsatzbeschluss fassen.

Auf dem über 7000 Quadratmeter großen Grundstück an der Straße Kiesekamps Mühle soll ein sechsgeschossiges Bürogebäude errichtet werden, in dem Arbeitsplätze für bis zu 1000 städtische Mitarbeiter entstehen sollen. „Für die Verwaltung ist diese Entwicklung eine herausragende Chance. Viele Nutzungsprobleme können gelöst und die Serviceangebote deutlich verbessert werden“, bestätigt der zuständige Personaldezernent Wolfgang Heuer.

50 Millionen Euro Baukosten

Offiziell bezeichnet die Verwaltung den Neubau dieses vierten Stadthauses, das das größte aller bisherigen städtischen Verwaltungsgebäude wäre, nur als „Erweiterung des Stadthauses 3“, das unmittelbar nebenan am Albersloher Weg steht. Das Grundstück an Kiesekamps Mühle bietet sich auch wegen der Synergieeffekte an.

Die Stadtwerke, die im Besitz des Areals sind, sollen das neue Stadthaus bauen und langfristig zum marktüblichen Preis an die Stadt vermieten. Von 50 Millionen Euro Baukosten ist die Rede. Eine exaktere Kostenschätzung gibt es derzeit nicht.

Mehrere Standorte im Gespräch

Baubeginn soll im Herbst 2020 sein, die Fertigstellung ist für 2022 vorgesehen. Mit dem Großprojekt soll der enorme Büroflächenbedarf der Stadtverwaltung für die nächsten zehn Jahre gedeckt werden. Zusätzlich ist die Unterbringung einer Zwei-Gruppen-Kita vorgesehen, die als Betriebskita der Stadt Münster genutzt wird.

Immer wieder waren Standorte für den Bau eines weiteren Stadthauses im Gespräch, zuletzt die Ostseite des Hauptbahnhofs. Bislang hat die Verwaltung überall im Stadtgebiet teure Flächen für Büros und Ämter angemietet. An den insgesamt 31 genutzten Bürostandorten gibt es kaum freie Arbeitsplätze. Allein bis zum Jahr 2023 entsteht ein städtischer Büromehrbedarf für 430 Arbeitsplätze.

Genaues Konzept im Sommer

Bis Sommer soll nun geklärt werden, welche Ämter in dem neuen Stadthaus 4 untergebracht werden könnten. Die Bündelung von fachlich verwandten Aufgabenbereichen in den Stadthäusern habe sich bewährt, sagt Heuer. Will man an dem erfolgreichen Konzept festhalten, müssten wohl Bereiche in das neue Verwaltungsgebäude umziehen.

Der Rat soll die Geschäftsführung der Stadtwerke beauftragen, eine Machbarkeitsstudie erstellen zu lassen. Im Frühjahr soll ein Qualifizierungsverfahren mit mindestens sieben Architekten durchgeführt werden, damit dem Rat im Sommer ein genaueres Konzept – auch mit den vorgesehenen Ämtern – vorgelegt werden kann.  

Kommentar

Ambitionierter Zeitplan:

Die Stadtverwaltung spricht offiziell nur von einer „Erweiterung des Stadthauses 3“ am Albersloher Weg. Tatsächlich aber wäre das vierte Stadthaus in der unmittelbaren Nachbarschaft an Kiesekamps Mühle mit Kapazitäten für bis zu 1000 Arbeitsplätze das dann größte städtische Verwaltungsgebäude.

Dass das enge Münster viel zu wenig Büroflächen hat, wird in jedem städtischen Wirtschaftsförderungsbericht deutlich. Und das spürt die Stadtverwaltung auch deutlich in ihrer Bilanz. Seit Jahren muss sie horrende Mietpreise für Dutzende Bürostandorte, die sie überall im Stadtgebiet anmietet, zahlen.

Allein vor diesem Hintergrund kommt der Bau eines neuen Bürogebäudes mit sechs Geschossen vielleicht mehrere Jahre zu spät. Zumal ein viertes Stadthaus ja seit Langem durch den politischen Raum geistert.

Wie groß zusätzlich der Bedarf an städtischen Büros ist, zeigt der ambitionierte Zeitplan des geplanten Millionenprojekts. Noch ist kein Architekt beauftragt worden, aber schon im Sommer soll klar sein, welche Ämter – dann in bereits drei Jahren – an den Albersloher Weg ziehen. 

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