Franziskus-Hospital
Neue Notfallpraxis soll Patienten trennen

Münster -

Im Franziskus-Hospital soll eine zusätzliche Notfallpraxis eingerichtet werden. Sie soll am 3. Mai ihre Arbeit aufnehmen.

Freitag, 08.02.2019, 20:00 Uhr
Im Franziskus-Hospital soll eine zusätzliche Notfallpraxis in Betrieb gehen.
Im Franziskus-Hospital soll eine zusätzliche Notfallpraxis in Betrieb gehen. Foto: Oliver Werner

Im Franziskus-Hospital soll eine zusätzliche Notfallpraxis in Betrieb gehen. Das hat Dr. Hendrik Oen, Bezirksstellenleiter der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL), bestätigt.

Die Entscheidung für das Franziskus – und nicht für einen anderen Standort – sei wegen der ohnehin schon „hohen Anzahl ambulanter Notfallpatienten“ in der Klinik gefallen, sagte Oen. Nach Angaben der Klinik werden dort im Schnitt 50 bis 75 ambulante Notfallpatienten pro Tag behandelt.

Patienten sollen ab dem 3. Mai in der „gemeinsamen Portalpraxis“ behandelt werden. Sie werden auf einen Tresen zugehen, an dem sie sowohl von Mitarbeitern der Klinik als auch der KVWL befragt werden. Sie sollen die „banalen“ von den „unklaren“ und „schweren“ Fällen trennen und auf die entsprechenden Kliniken verteilen. „Die Banalen kommen zu uns, die anderen in die Klinik“, beschreibt Oen.

Ambulanzen und Notaufnahmen sollen entlastet werden

Denkbar ist auch, dass den Patienten geraten wird, sich bei einem niedergelassenen Arzt zu den regulären Sprechzeiten zu melden. „Dadurch soll ein schnellerer Zugang zur notwendigen medizinischen Versorgung erreicht und zugleich die stark steigende Inanspruchnahme in Klinikambulanzen und Notaufnahmen verringert werden“, heißt es in einer Pressemitteilung des NRW-Gesundheitsministeriums vom Freitag.

Eine Notfallpraxis wird von den niedergelassenen Ärzten betrieben. Sie kümmern sich um weniger dringende Fälle, mit denen man während eines normalen Arbeitstages etwa zum Hausarzt gehen würde. Patienten, die beispielsweise von einem Rettungswagen mit Blaulicht ins Krankenhaus gebracht werden müssen, landen dagegen im Zuständigkeitsbereich des Krankenhauses.

Durch die Einrichtung einer solchen Praxis in einer Klinik müssen die Patienten nicht wie früher herausfinden, welcher niedergelassene Arzt gerade wo für sie zuständig ist. Die Notfallpraxis wird darum von der KVWL eingerichtet, die Klinik stellt mehr oder weniger nur die Räume zur Verfügung.

Modell mit Zukunft

Die Vorbereitungen auf die neue Praxis laufen nach Angaben der KVWL schon seit drei Jahren. Im laufenden Betrieb sei das nicht so einfach, deswegen sei der längere Vorlauf nötig gewesen. Die Praxis befindet sich zurzeit noch im Rohbau. Auch die Notaufnahme des Franziskus wird nach Angaben einer Sprecherin momentan komplett umstrukturiert.

Die neue Praxis ist beispielhaft für die Pläne des NRW-Gesundheitsministeriums, bis 2022 solche Portalpraxen flächendeckend einzuführen. Darauf hatten sich das Gesundheitsministerium, die Kassenärztlichen Vereinigungen, die Ärztekammern, die Krankenhausgesellschaft, die Apothekerkammern sowie die gesetzlichen Krankenkassen laut Ministerium geeinigt.

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