Grundsatzpapier zu Integrationsfragen wurde überarbeitet
Ein neues Migrationsleitbild

Münster -

Die Stadt Münster hat sich ein neues Leitbild für Migration und Integration gegeben. Ein gutes Vierteljahr waren rund 200 Personen mit dessen Erstellung beschäftigt. Wichtigste Neuerung: Integration wird nicht mehr als eine von vielen Aufgaben beschrieben, sondern als zentrale Herausforderung.

Sonntag, 10.02.2019, 20:00 Uhr
Grüne Karte für das Migrationsleitbild: Die Verabschiedung des Entwurfs zeigte einen breiten Konsens.
Grüne Karte für das Migrationsleitbild: Die Verabschiedung des Entwurfs zeigte einen breiten Konsens. Foto: Presseamt Münster

Münster gibt sich ein neues Leitbild „Migration und Integration“. Darin formuliert die Stadtgesellschaft ihr Selbstverständnis und ihre Selbstverpflichtung. Das etwa 30 Seiten starke Dokument ist „ein strategisches Papier zur Realisierung gesellschaftlicher Teilhabe aller Menschen in Münster“, so Stadtdirektor Thomas Paal, der gemeinsam mit dem Integrationsrat-Vorsitzenden Dr. Ömer Lütfü Yavuz zur Arbeit am Leitbild eingeladen hatte.

Rund 200 Personen haben seit Oktober 2018 im Verlauf von fünf ausführlichen Treffen mitgearbeitet: Engagierte aus vielen Bereichen der Gesellschaft, Ehrenamtliche, Vertretungen aus Politik, Religion, Polizei, Bildung, Wohlfahrt, Wissenschaft  und Wirtschaft. „Die Diskussionen über gemeinsame Ziele waren trotz der Vielzahl der Beteiligten sehr konstruktiv“, resümieren Prof. Paul Reuber und Imme Lindemann vom Institut für Geografie der WWU, die den Prozess moderiert haben.

Ebenso sieht es der Integrationsrat-Vorsitzende Yavuz: „Die Diskussionen haben gezeigt, wie stark der Wille zum Münster-Konsens in Integrationsfragen verankert ist. Auch die Forderungen des Integrationsrates wurden sehr ernst genommen.“

Das Papier schreibt das Migrationsleitbild von 2014 fort. Es setzt aber mehr als nur neue Akzente: Die Überwindung von Rassismus und Diskriminierung wird vor die Klammer gezogen. Es handelt sich hier nicht um eine Aufgabe neben anderen, sondern um eine zentrale Herausforderung, die sich in der gesamten Arbeit niederschlagen muss, heißt es in einer Pressemitteilung der Beteiligten.

Der Horizont hat sich erweitert. Bei „Bildung und Sprachen“ geht es nicht mehr allein um den Erwerb der deutschen Sprache, sondern ebenso um Mehrsprachigkeit, auch um Mutter-, Herkunfts- und Familiensprachen.

Partizipation gelangt erstmals als eigenes Handlungsfeld in den Blick. Als „Verwaltung“ gilt nicht mehr nur die Stadtverwaltung, die Aufgabe „Interkulturelle Öffnung der öffentlichen Verwaltungen“ stellt sich für alle Behörden in Münster.

Der Entwurf des neuen Leitbildes wird nun dem Integrationsrat und dem Rat zum Beschluss vorgelegt. Anschließend geht es an die Umsetzung. Dieses Verfahren wird das Kommunale Integrationszentrum begleiten.

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