Dendemann im Skaters Palace
Rap als charmante Idee

Münster -

Erwartungsgemäß stark spielte Dendemann am Samstagabend im Skaters Palace. Dennoch gab es die eine oder andere Überraschung während des Konzerts.

Montag, 11.02.2019, 16:52 Uhr aktualisiert: 11.02.2019, 17:13 Uhr
Dendemann heizte am Samstagabend im ausverkauften Skaters Palace mit einem Mix aus alten und ganz aktuellen Songs ein.
Dendemann heizte am Samstagabend im ausverkauften Skaters Palace mit einem Mix aus alten und ganz aktuellen Songs ein. Foto: Björn Meyer

Beginner-Comeback? Hat jeder mitbekommen. Fünf Sterne? Lassen Herzen wieder schneller schlagen. Sogar Torch rappt wieder. Und Dendemann? Auch endlich wieder zurück auf der Bühne. Der 44-Jährige, den nicht wenige für den besten Rapper Deutschlands halten, steht nach einer Pause, in der man ihn nicht zuletzt als Haus-Musiker für Böhmermanns „Neo Magazin Royale“ erleben durfte, wieder im Live-Scheinwerferlicht. Mit im Gepäck sein neues Nr.1-Album „da nich für!“. Nach über 20 Jahren Musikgeschäft mit Abstand seine beste Chartplatzierung überhaupt.

Konzert Wochen im Voraus ausverkauft

Am Samstagabend war Dendemann im seit Wochen ausverkauften Skaters Palace zu Gast. Und er spielt gut, er spielt sehr, sehr gut. Den Anfang machen einige Stücke des neuen Albums. Die sind beim ersten Zuhören ungewohnt. Dendemann findet, er habe dafür einige Knoten durchschlagen. Tatsächlich funktionieren die Songs live allesamt. Egal, ob der Dendemeier darüber rappt, von wo er wech ist, seine Omma die letzte ganz Patente war oder einfach per basslastiger Algorithmus-Gymnastik Gesellschaftskritik in Men­schine verpackt. Eben einfach endlich mal wieder Zeit, um Stellung zu beziehen.

Viel Inhalt - wenig Showeffekte

Wessen Texte so viel Inhalt haben wie Dendemanns, der kann dann auch auf große Reden, ohrenbetäubende Effekte und andere Schnörkel locker verzichten. Macht er auch. Trotzdem gönnt er sich und seinen Fans das eine oder andere Augenzwinkern. „Endlich Nichtschwimmer“ kommt früh, das Beginner-Cover überraschend, und „Stumpf ist Trumpf“ erfährt eine ganz neue Geschwindigkeit. Charmante Idee, Rap einfach mal ein Konzert lang durchzuziehen – ohne Parodie auf ein verdammtes Klischee. Danke dafür – empfinden viele im Publikum. Da nich für, meint Dendemann. Schön, dass er wieder da ist.

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