Bürgerpreisgewinner Jipa
Stimme für alle Jugendlichen

Münster -

Aus der Idee eines Jugendlichen entstanden, steht das Jipa-Projekt heute unter anderem für die Mitsprache derer, die sonst allzu oft übergangen werden.

Mittwoch, 13.02.2019, 06:00 Uhr
Jugendliche und Mitarbeiter des Jipa-Projektes.
Jugendliche und Mitarbeiter des Jipa-Projektes. Foto: Björn Meyer

Auf einem Tisch im elften Stock des Stadthauses 2, wo sonst Lokalpolitiker bei Wasser und Tee über die Geschicke der Stadt debattieren, steht an diesem Abend Saft. Dazwischen liegen Weingummitüten und Schokoladenriegel. Doch trotz Kindergeburtstagsoptik wird auch hier diskutiert. „Jipa“ heißt das Projekt des Selbsthilfe-Vereins „Seht“, das seit 2012 als AG des Jugendrates Jugendlichen eine Stimme geben will.

Jipa, das steht für „Jugendliche inklusiv politisch aktiv“. Im Dezember hat die Gruppe für ihr Engagement den Bürgerpreis der Stadt in Gold erhalten – ein Ausrufezeichen für einen Einsatz, der allzu häufig abseits jeglicher Öffentlichkeit vonstatten geht. „Ich möchte die Inklusion in Deutschland stärken“, sagt Deniz Cidik. Der 19-jährige ehemalige Regenbogenschüler ist seit Jahren bei Jipa aktiv. Genau wie Chiara Kanngießer. „Wir machen Barrierechecks an Schulen und zeigen Schülern, was es heißt, wenn man Beeinträchtigungen hat“, um reißt sie eine der selbst gewählten Aufgaben von Jipa.

„Ziel von Jipa ist es, ein Forum zur gesellschaftlichen und politischen Teilhabe zu bieten, in dem Kinder und Jugendliche ihre Interessen, Wünsche und Themen äußern können und in dem alle Kinder und Jugendlichen unabhängig von vorhandenen Beeinträchtigungen mitarbeiten können“, beschreibt Carolin Schläger, eine der hauptamtlichen Kräfte beim Seht-Verein, das Projekt. Denn: „Wir sind eine Gruppe von Jugendlichen, aber wir brauchen die professionelle Unterstützung“, sagt Chiara Kanngießer. Die Botschaft dahinter ist klar. Man möchte ernst genommen werden. Klar ist aber auch: „Die Jugendlichen entscheiden selber, was sie machen und wollen“, sagt Elisabeth Leifheit, Geschäftsführerin pädagogischer Bereich bei Seht e.V., dem Verein hinter Jipa.

Nach dem Vorbild von Jipa, wo alle zwischen zwölf und 20 Jahre willkommen sind, hat sich mittlerweile auch Kipa für die noch Jüngeren gegründet.

Über Nachwuchs freuen sich beide Projekte derweil immer. Schließlich gibt es neben der alltäglichen Aufgaben auch immer wieder besondere Events zu planen. In diesem Jahr möchte Jipa noch ein Treffen aller Ehemaligen abhalten, zudem steht im Sommer eine Fahrt nach Berlin an. „Die Jugendlichen wollen Politik live vor Ort erleben“, sagt Carolin Schläger.

Wer bei Jipa oder Kipa mitmachen möchte, der findet Informationen auf der Internetseite des Vereins Seht.

 

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