Alle Betten belegt
Infektions-Hochsaison setzt Kinderstationen der Krankenhäuser unter Druck

Münster -

Die Kinderstationen in den münsterischen Krankenhäusern sind voll belegt. Der Druck auf die Kliniken beruht aber nicht nur auf der jährlich wiederkehrenden Hochsaison für Infektionen.

Mittwoch, 13.02.2019, 19:30 Uhr aktualisiert: 13.02.2019, 20:14 Uhr
Dr. Heymut Omran, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, mit dem zwölfjährigen Patienten Lennart aus Telgte.
Dr. Heymut Omran, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, mit dem zwölfjährigen Patienten Lennart aus Telgte. Foto: Matthias Ahlke

Die Notlage droht in jedem Winter – und jetzt ist es einmal wieder soweit. Die Kinderstationen in den münsterischen Krankenhäusern sind komplett belegt, und der Druck wächst. Atemwegsinfekte und die Virus-Grippe verlaufen, besonders bei kleinen Kindern, mitunter so schwer, dass sie ins Krankenhaus müssen, erläutert Dr. Michael Böswald, Chefarzt der Kinderklinik im Franziskus-Hospital. Hier ist aktuell etwa die Hälfte der 38 Betten von Kindern mit Infektionen belegt, die regelmäßig im Winter Hochsaison haben. 

Das Winter-Problem

Im Universitätsklinikum überlegt Kinderklinik-Chef Prof. Dr. Heymut Omran jeden Morgen mit seinem Team, welche jungen Patienten aufgenommen werden können und ob ein Kind mit einer weniger schweren Erkrankung eventuell in ein anderes Krankenhaus verlegt werden kann. Omran und seine Mitarbeiter kennen das Winter-Problem seit Jahren, aber es verschärfe sich, sagt der Kinderarzt: In ganz Deutschland seien die Kinderstationen voll ausgelastet bis überlastet. Im Sommer reiche die Bettenzahl, im Winter nicht.

Infektion kann für einige Kinder lebensbedrohlich werden

„Die Annahme, dass es in Deutschland die Kinderzahl abnimmt, stimmt nicht“, sagt Omran – entsprechend wachse der Druck auf die Kinderstationen. Im Uniklinikum behandelt er viele schwerstkranke Kinder, und wenn ein Kind wegen einer anderen Krankheit schon beatmet werden müsse, könne eine Infektion schnell lebensbedrohlich werden, sagt Omran. „Bisher hat die Absprache unter den münsterischen Krankenhäusern noch immer geklappt“, alle Kinder hätten in Münster versorgt werden können. 

Ein gesundheitspolitisches Problem

Auch Dr. Georg Hülskamp, Chefarzt der ebenfalls voll belegten beiden Kinderstationen im Clemenshospital mit insgesamt 50 Betten, sieht in dem Druck ein gesundheitspolitisches Problem. Die Krankenhäuser müssten die Möglichkeit erhalten, mehr Betten für Kinder betreiben zu können. Eine besondere Herausforderung sei momentan die Behandlung der Kinder mit dem RS-Virus, der die Atemwege befällt und Säuglingen und Kleinkindern stark zusetzt. Sie müssen auf den Stationen isoliert werden.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6389394?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F
Nachrichten-Ticker