Britischer Stil trifft westfälische Tradition
Stephen Clitheroe ist beim Kramermahl als Pokalträger verpflichtet

Münster -

Ob er Grünkohl mag? Selbstverständlich – auf dem Teller des Nachbarn. Und auf Brexit-Diskussionen lässt er sich nur bei einem Glas Gin Tonic ein. Stephen Clitheroe ist Pokalträger beim diesjährigen Kramermahl. Im Interview macht er schon einmal eine gute Figur. Und das very british.

Freitag, 15.02.2019, 07:30 Uhr
Der Brite Stephen Clitheroe, der das Unternehmen der Schwiegereltern, Ziegel- und Klinkerwerke Janinhoff, mitführt, wird beim Kramermahl als Pokalträger münsterische Tradition leben.
Der Brite Stephen Clitheroe, der das Unternehmen der Schwiegereltern, Ziegel- und Klinkerwerke Janinhoff, mitführt, wird beim Kramermahl als Pokalträger münsterische Tradition leben. Foto: Klinkerwerke Janinhoff

Stephen Clitheroe (Ziegel- und Klinkerwerke Janinhoff) wird beim Kramermahl am Freitag im Rathaus gemeinsam mit Christoph Krimphove die Pokale des Vereins der Kaufmannschaft und den Goldenen Hahn der Stadt hereintragen. Über seinen unternehmerischen Background und seine Traditionsaufgabe beim Kramermahl sprach Redakteurin Gabriele Hillmoth mit ihm.  

Als Pokalträger ist es Ihr erstes Kramermahl, an dem Sie teilnehmen?

Clitheroe: Dieses Jahr nehme ich zum dritten Mal am Kramermahl teil und freue mich besonders auf diesen Abend, da mir zusammen mit Christoph Krimphove die Ehre des Pokalträgers zuteil wird. Wir sind zwei Bäcker für Münster – der eine Ziegelbäcker, der andere Brot- und Kuchenbäcker – insofern passt es besonders. Wir beide brennen für Münster.

Seit wann leben Sie in Münster und wo sind Sie aufgewachsen?

Clitheroe: In Münster lebe ich seit drei Jahren. Ich bin 38 Jahre alt und in Singapur geboren. Meine Kindheit habe ich in Südostasien und Australien verbracht, bevor ich ab dem elften Lebensjahr in England auf’s Internat ging.

Wie verschlug es Sie nach Münster?

Clitheroe: Meine Frau ist gebürtige Münsteranerin. Nach ein paar gemeinsamen Jahren in Hamburg haben wir uns entschieden, zurück in ihre Heimatstadt zu gehen, um meine Schwiegereltern bei der Führung des Familienunternehmens zu unterstützen.

Wie ist Ihr beruflicher Werdegang?

Clitheroe: Nach dem Internat besuchte ich die Militärakademie Sandhurst und arbeitete im Anschluss bei der britischen Regierung in London und im Ausland.

Was machen Sie heute bei Janinhoff?

Clitheroe: Ich leite den Bereich Export und bin ebenfalls zuständig für den Bereich Produktion. Letzteres war für mich zu Anfang großes Neuland. Die ganzen technischen Begriffe auf Deutsch zu erlernen, war jedes Mal aufs Neue Der-Die-Das-Lotto spielen.

Wenn Sie aus England kommen, wie beurteilen Sie das Thema Brexit?

Clitheroe: Diese Frage lässt sich leider nur ausführlich bei einem Glas Gin Tonic abhandeln. Ich hoffe momentan nur, dass alle Beteiligten inklusive der EU und Deutschland in den nächsten Wochen einen Konsens finden.

Haben Sie schon einen Smoking im Schrank?

Clitheroe: Ja. Durch meinen vorherigen Beruf, brauchte ich immer einen im Schrank. Allerdings war es beim Kramermahl das erste Mal, dass ich im Smoking Grünkohl gegessen habe.

Mögen Sie Grünkohl?

Clitheroe: Solange es auch einen guten Wein dazu gibt, ja; oder solange er sich auf dem Teller des Nachbarn befindet, ja.

Sind Ihnen solche Traditionen bekannt?

Clitheroe: Als Engländer und auch durch meine vorherige Ausbildung sind mir solche Traditionen bekannt und ich schätze sie sehr. Besonders in unserer schnelllebigen Zeit, wo es so viel Wandel gibt, ist es schön, denn Traditionen geben Halt, und man besinnt sich wieder auf das, worauf es eigentlich ankommt.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6391534?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F
Nachrichten-Ticker