Der Jury rauchen die Köpfe
Vorlesewettbewerb in der Stadtbücherei

Münster -

 „Sie roch nach 1000 Tagen, alle übereinander geschichtet“, hieß es beim Vorlesewettbewerb in der Stadtbücherei Münster beim letzten der vorgelesenen Texte. 21 Schüler aus Realschulen, Gymnasien und Sekundarschulen nahmen teil; der Lesesaal war am Donnerstag voll.

Samstag, 16.02.2019, 07:00 Uhr
Hatten der Jury die Entscheidung schwer gemacht: Sechstklässler aus Münster beim Regionalentscheid im Vorlese-Wettbewerb des Deutschen Buchhandels in der Stadtbücherei Münster.
Hatten der Jury die Entscheidung schwer gemacht: Sechstklässler aus Münster beim Regionalentscheid im Vorlese-Wettbewerb des Deutschen Buchhandels in der Stadtbücherei Münster. Foto: Andreas Hasenkamp

Organisiert hatten den Regionalentscheid im Vorlese-Wettbewerb des Deutschen Buchhandels die Stadtbücherei und die Buchhandlung Schatzinsel mit Peter Seiler.

Die Jury hatte schwer zu ringen beim Bewerten der sehr unterschiedlichen Arten des Vortrags. Für den zweiten Durchgang der Jury bat Seiler das Publikum um zehn Minuten Geduld – es wurde etwas länger. Hoch über den Köpfen der 90 Gäste und Vorleser brüteten Eva Lutterbei von der Buchhandlung Schatzinsel, Kinderbuch-Illustratorin Cathy Ionescu, Schauspieler Stefan Krümpel-Naszay sowie die beiden Siegerinnen des Vorjahres, Leonarda Cappiello und Ella Hülsmann , über ihren Notizen, und Anne Büchter von der Stadtbücherei Münster moderierte und notierte.

Eine schwierige Entscheidung

„Nummer fünf war echt am besten“ schwirrte es in der Jury-Runde über den Tisch. „Nummer zwölf war sehr schauspielerisch“ traf auf eine andere Wertung: „Ich fand es sehr lebendig.“ Ein Juror hatte die 21 als Favorit: „Keine Künstlichkeit in der Sprache, ruhig“. „Ich mochte die Stimme – und sie klang fast wie beim geübten Text.“ „Ich fand die wörtliche Rede sehr schön.“ 

Dagegen war Nummer 22 „monoton, ein gleichbleibender Singsang“. „Die Stimmung hat sie gut rübergebracht.“ „Ich hätte gern noch mal die 22 mit Fremdtext gehört.“ Aber es war auch anstrengend: „Man war mit der Konzentration am Ende.“ Nun musste die Jury entscheiden: „Ach Gott, ist das schwierig.“

Teilnehmer gewinnen Bücher

Die ersten Plätze belegten Marlene Arnold vom Gymnasium Paulinum und Fynn Milan Schneider vom Schiller-Gymnasium. Bei 21 Teilnehmern kann nicht jeder den ersten Platz gewinnen. Trotzdem war Mathes Frank etwas unglücklich. Den Schulentscheid am Gymnasium Wolbeck hatte der Sechstklässler nach dem Vorlesen vor der gesamten Stufe, etwa 125 Schüler, gewonnen. In der Stadtbücherei, vermutete er, habe er „vielleicht zu schnell gelesen“. Wie alle Teilnehmer konnte er ein Buch mit nach Hause nehmen – die Sieger zwei Bücher.

Den beiden Siegern drückt Seiler die Daumen, sie seien jetzt „Vertreter der Stadt Münster“. Weiter geht es im Bezirkswettbewerb. Im Vorjahr hatte Münster auf NRW-Ebene gewonnen. „Wir fänden auch einen Bundessieger aus Münster toll.“

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