Schwimmbad wird zum Ärgernis
Neues vom Pannenbad im Osten

Münster -

Im Osten nichts Neues: Das vor gut zehn Jahren modernisierte Ostbad hat schon manche Panne hinter sich. Jetzt wird ein altes Ärgernis zum echten Problem.

Donnerstag, 21.02.2019, 07:00 Uhr aktualisiert: 22.02.2019, 06:53 Uhr
Die meisten Schließfächer im Ostbad lassen sich nicht mehr verschließen. Die elektronischen Schlösser sind kaputt.
Die meisten Schließfächer im Ostbad lassen sich nicht mehr verschließen. Die elektronischen Schlösser sind kaputt. Foto: Matthias Ahlke

Vor dem Schwimmsport erwartet Besucher des Ostbades seit einiger Zeit noch eine andere Herausforderung. Es gilt, für Kleider und Wertsachen einen Schließschrank zu finden – aber das ist zunehmend unmöglich. Nicht weil alle etwa 250 Spinde besetzt wären: Die weit überwiegende Zahl der Schränke lässt sich nicht verschließen, die Schlösser sind kaputt. Badegäste irren mit ihren Taschen dick behängten Kleiderbügeln über den oft klitschnassen und entsprechend schmutzigen Boden, um schließlich ihre Sachen notgedrungen mit in die Schwimmhalle zu nehmen.

Winfried Reher, Bäder-Chef im städtischen Sportamt ist Kummer mit dem Ostbad gewohnt. Auf seinem Schreibtisch häufen sich Beschwerden, und er versucht, den verärgerten Badegästen den Zustand zumindest zu erklären, wie er sagt.

Krux mit defekten Schlössern

Die Schlösser im Ostbad funktionieren elektronisch, sie – und auch der Transponder-Schlüssel, den sich die Badegäste ums Handgelenk schnallen – sind gekoppelt. Wer sich etwa entscheidet, spontan in die Sole zu gehen, muss nur sein Armband vor einen Sensor halten. Beim Ausgang wird dann der zusätzlich anfallende Eintritt angezeigt.

Soweit die Theorie. „Leider“, so bedauern Reher und Sportamtsleiter Michael Willnath, sind die Schlösser batteriebetrieben. Da kommt es nicht selten vor, dass die Batterie just leer wird, wenn der gerade in Benutzung ist. Das Aufbrechen führe häufig dazu, dass das Schloss kaputt gehe, erklärt Reher.

"Lieferschwierigkeiten"

Das geht seit über zehn Jahren so, seitdem das Ostbad nach dem Umbau wiedereröffnet wurde. Die defekten Schlösser werden jeweils ausgebaut – und an die Schweizer Herstellerfirma geschickt, die sie ersetzen beziehungsweise reparieren soll. Das allerdings habe nun länger nicht mehr geklappt. „Lieferschwierigkeiten“, sagt Reher, der immerhin eine gute Nachricht verkündet: Am Montag sei eine Lieferung eingetroffen, die Schlösser sollen schnell eingebaut werden.

Das Sportamt will das Problem nun aber grundsätzlich angehen – und den Batteriebetrieb auf Stromversorgung umstellen. Eine größere Investition, die Kosten dafür sind noch nicht geschätzt, so Reher. Was die Ersatz-Schlösser kosten, konnte das Sportamt am Mittwoch nicht ermitteln.

Die defekten Schlösser sind nicht das einzige Ärgernis im Ostbad: Es gibt hier besonders massive Klagen über mangelnde Sauberkeit. Die beauftragte Firma erledige ihre Aufgabe nicht zufriedenstellend, heißt es dazu im Sportamt. Unzureichende Lüftung in den Duschen sorgt für Schimmelbefall – hier soll effizientere Technik helfen. Personal ist bei alledem eine knappe Ressource. Reher: „Die Aufsicht am Becken hat Priorität.“ Zum Putzen haben die Bäderangestellten nur wenig Zeit. 

Kommentar: Teurer Murks

Das Ostbad sollte durch seine Sanierung im Zuge des Bäderkonzepts besonders modern und benutzerfreundlich werden. Teil der damals schönen, neuen Bäder-Welt: Der Kleiderspind wird mit der Eintritts-Chipkarte verschlossen, mit dem Schlüssel dafür lässt sich weiteres zubuchen: Der Besuch der Sole,  und an die Nutzung der Sauna war gedacht.

Wie so oft aber liegt der Teufel im Detail: Weil die Batterien der elektronischen Schrank-Schlösser schnell leer sind, muss das ohnehin knapp bemessene Badpersonal häufig die Schränke aufbrechen. Die wiederum müssen dann repariert werden. Teurer Murks.

In den anderen Bädern der Stadt schließen die Besucher ihre Sachen mit schlichten mechanischen Schlüsseln ein – dieses System macht keinen Ärger und kein Besucher vermisst etwas. Was würde dagegen sprechen, auch im Ostbad einfache Schlösser einzubauen? Wer in die Sole möchte, dem kann vielleicht zugemutet werden, dafür kurz seine Chipkarte zu holen. Und der früher privat verpachtete Saunabereich ist ohnehin seit rund zwei Jahren geschlossen. Von Karin Völker

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