Auftakt im "Müllsammler-Prozess"
Angeklagter spricht von "Hass" auf die Nachbarin

Münster -

Ein denkwürdiger Tag vor dem Landgericht: Stundenlang wurde dort ein Mann vernommen, der in seinem Garten Berge von Gegenständen lagerte und seine Nachbarn mit dem Tode bedroht haben soll.

Donnerstag, 21.02.2019, 17:15 Uhr aktualisiert: 21.02.2019, 17:20 Uhr
Auftakt im "Müllsammler-Prozess": Angeklagter spricht von "Hass" auf die Nachbarin
Der Angeklagte drangsaliert seine Nachbarn mit Müll. Foto: Oliver Werner

Vor dem Landgericht ist am Donnerstag der Prozess gegen einen 55-Jährigen Münsteraner eröffnet worden. Der Mann ist kein Unbekannter. Er kletterte auf Baukräne, in seinem Garten türmte er zudem „einen Berg von Gegenständen auf“ – so die Formulierung vor Gericht, um die der Angeklagte gebeten hatte, nachdem der Richter zunächst von einem Müllberg gesprochen hatte.

Vor Gericht steht der Mann, der derzeit in einer geschlossenen psychiatrischen Einrichtung unterbracht ist und dem ein Gutachter in einem vorangehenden Prozess vor dem Amtsgericht eine schwere Persönlichkeitsstörung bescheinigte, allerdings, weil er seine Nachbarn fortwährend beleidigt und sogar mit dem Tode bedroht haben soll.

Gereizter Angeklagter

Vorwürfe, die der Mann am Donnerstag – zumindest teilweise – in aller Ausführlichkeit bestätigte. Immer mit dem Zusatz, dass es dafür aber auch einen Grund gegeben habe. Der „stierende Kampfblick“, seiner Nachbarin etwa, die ihn immer wieder im Garten beobachtet und gefilmt habe. „Die Frau geht nicht weg, sie ist aufsässig“, sagte der Angeklagte. Mehrfach war während der Vernehmung die Rede von seinem „Hass“ auf die Frau.

Dabei äußerte sich der Angeklagte zunächst ruhig, mit zunehmender Dauer setzte ihm die Verhandlung allerdings merklich zu. Er wurde gereizter, warf dem Richter vor, ihn provoziert zu haben. Dabei nahm der die ständigen Belehrungen des Angeklagten zumeist mit Humor. Selbst als es persönlich wurde – „ich dachte, Sie hätten zwei Staatsexamen“ – blieb der Richter ruhig.

Ungewöhnliche Töne im Gerichtssaal

Auffällig dabei: Umso jünger die Vorwürfe, umso weniger schien sich der Angeklagte an die Situationen erinnern zu können. Räumte er die Vorfälle von 2016 fast unisono ein, konnte er sich an die aus dem Jahr 2018 häufig nicht erinnern. Gravierende Vorwürfe und humorige Einlagen wechselten sich dabei, für einen Gerichtssaal äußerst ungewöhnlich, fast durchgängig ab.

Stadt lässt vermüllten Garten am Althausweg räumen

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  • Die Stadt lässt den vermüllten Garten am Althausweg seit Mittwochmorgen räumen – als sogenannte Ersatzvornahme. Die Kosten sollen dem Bewohner in Rechnung gestellt werden.

    Foto: jans
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  • Die Stadt lässt den vermüllten Garten am Althausweg seit Mittwochmorgen räumen – als sogenannte Ersatzvornahme. Die Kosten sollen dem Bewohner in Rechnung gestellt werden. Foto: Oliver Werner
  • Die Stadt lässt den vermüllten Garten am Althausweg seit Mittwochmorgen räumen – als sogenannte Ersatzvornahme. Die Kosten sollen dem Bewohner in Rechnung gestellt werden. Foto: Oliver Werner
  • Die Stadt lässt den vermüllten Garten am Althausweg seit Mittwochmorgen räumen – als sogenannte Ersatzvornahme. Die Kosten sollen dem Bewohner in Rechnung gestellt werden. Foto: Oliver Werner
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  • Die Stadt lässt den vermüllten Garten am Althausweg seit Mittwochmorgen räumen – als sogenannte Ersatzvornahme. Die Kosten sollen dem Bewohner in Rechnung gestellt werden. Foto: Oliver Werner
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  • Die Stadt lässt den vermüllten Garten am Althausweg seit Mittwochmorgen räumen – als sogenannte Ersatzvornahme. Die Kosten sollen dem Bewohner in Rechnung gestellt werden. Foto: Oliver Werner
  • Die Stadt lässt den vermüllten Garten am Althausweg seit Mittwochmorgen räumen – als sogenannte Ersatzvornahme. Die Kosten sollen dem Bewohner in Rechnung gestellt werden. Foto: Oliver Werner

Im Zusammenhang mit einem Einsatz des SEK, als der Angeklagte mehrere Stunden auf seinem Hausdach verbrachte, sprach der Mann konkrete Vorwürfe in Richtung Polizei aus. Er sei beschimpft und bedroht worden. Im KZ hätte man so jemanden wie ihn umgebracht, habe man ihm gesagt. Was er denn auf dem Dach gemacht habe, wollte der Richter wissen. „Nur mal geschaut, ob noch alle Dachpfannen fest sind“, so der Angeklagte.

Der Prozess, in dem es darum geht, ob der Angeklagte in einer psychiatrischen Klinik dauerhaft zwangsweise untergebracht werden kann, wird am 27. Februar fortgesetzt.

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