SPD kritisiert Bäder-Plan
Neues Südbad ist keine Lösung

Münster -

Die SPD im Rat sieht im Bau des neuen Südbades keinen Fortschritt bei der Bäderentwicklung in der Stadt. Sie spricht beim Umgang mit dem Bäderthema von einem Fiasko – und fordert eine ganz andere Lösung.

Mittwoch, 27.02.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 27.02.2019, 19:36 Uhr
Das Gelände des alten und bald wohl wieder neuen Südbades am Inselbogen: Die SPD sieht in dem Neubau keinen Fortschritt bei der Entwicklung des Bäderangebots.
Das Gelände des alten und bald wohl wieder neuen Südbades am Inselbogen: Die SPD sieht in dem Neubau keinen Fortschritt bei der Entwicklung des Bäderangebots. Foto: Matthias Ahlke

Das neue Südbad ist die falsche Antwort auf die Probleme mit der Bäderlandschaft in Münster. So sieht es die SPD im Rat, wie Fraktionschef Dr. Michael Jung und der sportpolitische Sprecher Philipp Hagemann am Mittwoch betonten. Beide sprechen von einem „Fiasko“, wenn sie die Diskussion und Entwicklung der Bäder in Münster im vergangenen Jahrzehnt betrachten.

Sie halten weiter an ihrer alten Forderung fest, dass Münster im Westen ein Familien- und Freizeitbad mit 50-Meter-Bahn braucht. „Wir brauchen ein Angebot, das sich von den kleinen Bädern alten Stils unterscheidet“, betont Jung – es sei ein Unding, dass eine Stadt von der Größe Münsters ihren Bürgern nicht ein Schwimmbad mit mehr Aufenthaltsqualität bieten könne.

Senden und Dülmen als Vorbilder

Philipp Hagemann ist angesichts des „Stillstands“ in der Bäderentwicklung fassungslos. Eineinhalb Jahre habe es gedauert, bis ein steuerrechtliches Problem beim bereits vom Rat beschlossenen Übergang der Bäder ins Management der Stadtwerke geklärt wurde – mit dem Ergebnis, dass nun alles beim Alten bleibe. In vielen anderen Kommunen sei es gang und gäbe, dass die Stadtwerke die Bäder betrieben – dort sind Lösungen gefunden worden, so Michael Jung.

Er hält den Bau und Betrieb eines Sport- und Freizeitbades nach dem Vorbild der Bäder in Senden oder Dülmen für wirtschaftlich vertretbar: Die Kostendeckung in solchen Bädern liege bei 80 bis 85 Prozent, das sehr kleine Bad in Roxel verzeichne eine Kostendeckung von sieben Prozent, illustriert Jung.

Unterstützung aus der Bevölkerung 

Die SPD weiß, dass sie mit ihrer Forderung nach dem modernen Freizeitbad „ein dickes Brett bohrt“, wie die beiden Politiker betonen. Auch wenn das Freizeitbad als zentrale SPD-Forderung des Kommunalwahlkampfes 2015 nicht durchschlug, nehmen beide wahr, dass es breite Unterstützung in der Bevölkerung für ein solches Angebot gebe.

Für Jung steht es gleichwohl außer Frage, dass es Bedarf für ein zusätzliches Bad für das Schul- und Vereinsschwimmen gebe, wie es mit dem Südbad nun entstehe. Dem Plan für eine Traglufthalle über der Coburg stelle sich die SPD deshalb auch nicht entgegen, er stellt aber klar: „Das kann nur ein Provisorium sein.“

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