Offene Hip-Hop-Session
Beats von der Band statt vom Band

Münster -

Wer traut sich ans Mikro? In der lokalen Rap-Szene ist das Open-Mic-Format „Hello my name is…“ längst eine Institution. Beim letzten Mal war der Andrang derart gewaltig, dass das Pumpenhaus einen Einlass-Stopp verhängen musste. Jetzt steigt die nächste Session.

Donnerstag, 28.02.2019, 09:00 Uhr aktualisiert: 01.03.2019, 08:52 Uhr
Bei der Rap-Session „Hello my name is . . .“, am Samstag (2. März) können Rapper und MCs ihr Können auf offener Bühne im Foyer des Pumpenhauses unter Beweis stellen.
Am Mikrophon: Peter Atman von der Band "Yin & Yeah" Foto: Florian Roy

Beim letzten Mal, erinnert sich Aaron Schrade, mussten sie wegen des großen Andrangs die Kasse schließen. Volles Haus, nichts ging mehr im Foyer des Pumpenhauses bei der Hip-Hop-Session „Hello my name is . . .“. 130 Leute waren da, „die Stimmung war richtig gut“, erzählt Aaron Schrade.

Seinen Namen legt der 34-Jährige ab, sobald er in die münsterische Rap-Szene eintaucht. Dort ist er bekannt wie ein bunter Hund – allerdings unter dem Namen Baronski. Als solcher baut er nicht nur Beats, sondern spielt auch Schlagzeug. Und weil er seine Leidenschaft zum Hip-Hop und die Live-Musik zusammenbringen wollte, kommen bei seiner Open-Mic-Session mit dem Titel „Hello my name is . . .“ die Beats von einer Band und nicht vom Band.

Offene Bühne für alle

Das Konzept des Formats ist einfach: Rapper, Sänger und MCs können zu Live-Band-Begleitung mit schlagfertigen Lyrics und Styles, eigenen Texten oder Improvisationen ihr Talent vor Publikum erproben. „Jeder ist willkommen“, sagt Schrade. Er selbst sitzt als Teil der Live-Band am Schlagzeug, Phil Wood spielt Gitarre, Samuel Brözel alias Derkalavier bedient die Keyboards und Manuel Bürgel zupft den Bass.

Vor der eigentlichen Session mit offener Bühne für jedermann gibt es immer einen Opener-Act. Zur 23. Ausgabe des Formats am Samstag (2. März) im Foyer des Pumpenhauses kommt das Duo Yin & Yeah, ein Projekt der Münsteraner Rapper Atman und Toks. „Zwei Mal 172 Zentimeter purer Rap, die mit gesellschaftskritischen, ironischen und nachdenklichen Texten reüssieren“, lautet die Ankündigung. „Und vielleicht kommt noch ein geheimer Gast“, deutet Aaron Schrade an.

Kein fester Turnus

Der münsterische Musikenthusiast, der seit 25 Jahren Schlagzeug spielt und nach „Ludum Laetitiae“ zuletzt das Album „La Gomera Lo-Fi Sessions“ veröffentlicht hat, übernahm das Format vor zwei Jahren. Zuvor hatte ein Freund von ihm die Session gegründet. Sie fand die ersten drei Jahre in der Milchbar an der Herwarthstraße am Bahnhof statt, dann zog die Kneipe „leo:16“ ein, „ab dann waren wir erstmal heimatlos“, erzählt Schrade.

Also kamen die Hip-Hopper immer an verschiedenen Orten zusammen. Schlossgarten, Gleis 22, auf dem Wildwuchs-Festival, im Pumpenhaus und sogar auf dem Katholikentag und dem Stadtfest traten die Improvisateure ans Mikrofon. Einen festen Turnus hat die Veranstaltung nicht. In den Anfangsjahren fand sie nur sporadisch statt, jetzt ungefähr alle vier bis acht Wochen.

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„Das Schöne an der Veranstaltung ist eigentlich, dass sie so durchmischt ist“, sagt Schrade. Vom Teenager bis zum „Hip-Hop-Oldie Mitte 30“ (Schrade) sei alles vertreten. Es gibt einen festen Kern, aber auch immer mal wieder neue Gesichter. Das Publikum besteht zu gleichen Anteilen aus Frauen und Männern. „Nur auf der Bühne ist leichter Männerüberschuss“, sagt Schrade. Wenn es nach ihm geht, sollen unbedingt mehr Frauen die Chance und das Mikrofon ergreifen.

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Samstag, 20 Uhr, Foyer im Pumpenhaus, Gartenstraße 123, Abendkasse 6 €

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