Duale Lotsenstruktur am Universitätsklinikum
Vier Augen sehen mehr

Münster -

Trotz Arztmarathon keine Diagnose – diese Situation will das Universitätsklinikum Münster ändern, durch eine spezielle Lotsenstruktur.

Mittwoch, 27.02.2019, 22:00 Uhr aktualisiert: 27.02.2019, 22:30 Uhr
Teamarbeit für seltene Erkrankungen (v.l.): Prof. Dr. Gereon Heuft (Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie), Prof. Dr. Frank Rutsch und Prof. Dr. Heymut Omran (Centrum für seltene Erkrankungen).
Teamarbeit für seltene Erkrankungen (v.l.): Prof. Dr. Gereon Heuft (Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie), Prof. Dr. Frank Rutsch und Prof. Dr. Heymut Omran (Centrum für seltene Erkrankungen). Foto: UKM

Körperliche Beschwerden, egal welcher Art – und trotz Arztmarathon keine Diagnose: Allein in Nordrhein-Westfalen sind schätzungsweise 900 000 Menschen von einer seltenen Erkrankung betroffen, viele von ihnen haben eine jahrelange Odyssee hinter sich, heißt es in einer Pressemitteilung des Uniklinikums Münster (UKM). „Das wollen wir verbessern“, sagt Prof. Dr. Heymut Omran, Sprecher des Centrums für seltene Erkrankungen am UKM, das am bundesweiten Projekt „ZSE-DUO“ beteiligt ist.

Mit insgesamt 5,3 Millionen Euro fördert der gemeinsame Bundesausschuss das elf Standorte umfassende Projekt, das mit einer speziellen Lotsenstruktur die Diagnosestellung für Patienten mit seltenen Erkrankungen verkürzen soll.

„In diesem Rahmen wird ein Teil der Patienten von Anfang an durch ein medizinisches Duo begleitet, bestehend aus je einem Spezialisten für körperliche Beschwerden und einem für psychische beziehungsweise psychosomatische Erkrankungen“, erklärt Omran.

In Münster arbeiten dafür das Centrum für seltene Erkrankungen und die Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie eng zusammen. „Unsere Erfahrungen zeigen, dass bei Menschen mit unklarer Diagnose häufig auch psychische oder psychosomatische Gründe die Ursache sind“, sagt Klinikdirektor Prof. Dr. Dr. Gereon Heuft. Umgekehrt können die Symptome auch das Vorliegen einer seltenen Erkrankung verschleiern und eine Diagnose und Behandlung erschweren oder verzögern, heißt es weiter.

Im Rahmen des Projekts „ZSE-DUO“ sollen Patienten solange durch die Lotsen begleitet werden, bis eine Diagnose gesichert werden kann.

Am UKM können sich ab sofort Patienten ab zwölf Jahren melden, die Beschwerden haben, für die bisher kein Arzt eine Diagnose finden konnte und die noch nicht in einem Zentrum für seltene Erkrankungen vorstellig wurden.

Anmeldung und weitere Informationen auf der Homepage des Centrums für seltene Erkrankungen des UKM sowie unter ✆  0251/83 47 700 oder cse@ukmuenster.de.

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