Verein Mutoto ermöglicht mehrmonatigen Auslandseinsatz
Abiturient unterrichtet im Kongo

Münster -

Nach seinem Abitur am Pascal-Gymnasium hat Jan Luca Rolf über den münsterischen Verein Mutoto mehrere Monate lang im Kongo gelebt und im Mutoto-Schulzentrum gearbeitet.

Freitag, 01.03.2019, 12:00 Uhr
Jan Luca Rolf hat Schüler im Mutoto-Schulzentrum in Lubumbashi unterrichtet
Jan Luca Rolf hat Schüler im Mutoto-Schulzentrum in Lubumbashi unterrichtet Foto: privat

Wenn in der Regenzeit schwere Tropfen auf das Dach der Schule prasseln und ein Gewitter beginnt, gibt es für die Kinder kein Halten mehr: „Sie mögen den Regen – sie klettern auf Tische, machen einen Regentanz oder schreien laut“, erzählt Jan Luca Rolf. „Bei uns würde man das schon keinen Regen mehr nennen. Er ist unglaublich laut und auch der Donner – man hört seine eigene Stimme nicht mehr.“ Trotz zwischenzeitlicher Weltuntergangsstimmung hat Jan Luca Rolf seinen Aufenthalt in Lubumbashi im Süden des Kongo gut überstanden. Der Abiturient aus Münster hat für einige Monate im „Village“ des Vereins „Mutoto“ gelebt und gearbeitet. Für ihn waren die Alltagsbedingungen in dem ostafrikanischen Land neu und spannend zugleich.

Der münsterische Verein „Mutoto“ hat im Jahr 2005 das Dorf am Rande der zweitgrößten Stadt des Kongo als Entwicklungsprojekt gegründet. Das Schulzentrum „Com­plexe Scolaire Mutoto“ be­suchen mittlerweile rund 800 Kinder und Jugendliche aus dem benachbarten Stadtteil.

Neu ist ein Begegnungszentrum, es gibt ein Medien-Café, ein Internat, einen Kindergarten sowie Landwirtschaft und eine Ziegelbrennerei, in der ortsansässige Helfer mitarbeiten. Auch Rolf war dabei.

„Der Bedarf nach Kindergärten, Schulen und Bildung überhaupt ist in dem Land immer noch riesig“, sagt Gunda Klöpping vom Verein Mutoto. Jan Luca Rolf hatte im Sommer seinen Abschluss am Pascal-Gymnasium gemacht und Wissen aus dem Leistungskurs Englisch als Lehrer des „Com­plexe Scolaire“ genutzt – er unterrichtete Sieben- und Achtklässler. Gewohnt hat er im Gästehaus. „In der Schule wird nur Englisch und Französisch gesprochen“, erzählt er. „Im Englisch-Unterricht hat deshalb auch die Verständigung gut geklappt.“

Die siebte Klasse besuchen rund 70 Schüler, die achte bis zu 80. „Die Kinder sitzen dicht gedrängt und auch auf dem Boden“, erzählt Rolf. Von der Schulklingel habe er sich manches Mal „überrascht“ gefühlt. Denn die Abläufe im Haus richteten sich nicht immer nach festen Stundenzeiten. Vier Stunden pro Woche bot Rolf den Kindern Volleyball-Trainingszeiten an und organisierte ein Turnier. Der Verein Blau-Weiß Aasee hatte gerade Bälle und Trikots gespendet, freut sich Klöpping. In der Vorweihnachtszeit spielte Rolf verkleidet den Weihnachtsmann. Denn: „Die meisten Menschen im Kongo sind katholisch“, erläutert Richard Nawezi, Vorsitzender aus Münster von „Mutoto“. Er wurde selbst im Kongo geboren und arbeitet derzeit wieder für den Verein vor Ort mit.  

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