Darmzentrum am Clemenshospital besteht seit zehn Jahren
Krebsdiagnose kein Todesurteil mehr

Münster -

Darmkrebs kann man heilen, vor allem aber kann durch Vorsorgeuntersuchungen einer Erkrankung vorbeugen. Das Clemenshospital macht das zeit zehn Jahren.

Samstag, 02.03.2019, 07:00 Uhr
Über Darmkrebs und die Vorsorgemöglichkeiten informierten anlässlich des runden Jubiläums (v. l.) Chefarzt Prof. Udo Sulkowski, Norbert Schmitter (Patient), Petra Mühlenkamp (Koordinatorin des Darmzentrums) und Gerhard Haneklau (Geschäftsführer).
Über Darmkrebs und die Vorsorgemöglichkeiten informierten anlässlich des runden Jubiläums (v. l.) Chefarzt Prof. Udo Sulkowski, Norbert Schmitter (Patient), Petra Mühlenkamp (Koordinatorin des Darmzentrums) und Gerhard Haneklau (Geschäftsführer). Foto: Matthias Ahlke

Norbert Schmitter war 69 Jahre alt, als zum ersten Mal bei ihm eine Darmspiegelung gemacht wurde. Und sogleich gab es einen dramatischen Befund: Darmkrebs im fortgeschrittenen Zustand. „Ich hatte keine Schmerzen, nur Pro­bleme mit dem Stuhlgang“, hatte der Patient nach eigenem Bekunden keine Veranlassung gehabt, schon früher eine Darmspiegelung machen zu lassen.

Die Krebsdiagnose liegt inzwischen elf Jahre zurück, und Norbert Schmitter erfreut sich einer guten Gesundheit. Seit fünf Jahren ist er tumorfrei.

Überlebenschance bei 80 Prozent

Sein behandelnder Arzt war Prof. Dr. Udo Sulkowski, Chefarzt am Clemenshospital. Das Krankenhaus bildet gemeinsam mit der Gemeinschaftspraxis MVZ im Portal 10 am Albersloher Weg seit zehn Jahren ein zertifiziertes Darmzentrum, wie am Freitag bei einem Pressegespräch mitgeteilt wurde. Es war das erste zertifizierte Darmzentrum in Münster überhaupt.

Anlässlich des runden Jubiläums stellte Sulkowski „seinen“ Patienten Schmitter näher vor, um zu dokumentieren, „dass die Diagnose Darmkrebs heute kein Todesurteil mehr ist“. Er selbst habe noch im Studium gelernt, dass die Überlebenschance bei 20 bis 40 Prozent liege. „Heute liegt sie bei 80 Prozent.“

Vorsorge entscheidend

Damit nicht genug: Die Zahl von jährlich rund 70 000 Neuerkrankungen beim Darmkrebs könnte deutlich gesenkt werden, würden alle Erwachsenen die Vorsorgeleistung in Anspruch nehmen, auf die sie ab dem 55. Lebensjahr ein Anrecht haben.

Konkret: Bei einer Vorsorge-Darmspiegelung, deren Kosten von den Krankenkassen getragen werden, wird nicht nur der Darm kontrolliert. Es ist vielmehr auch möglich, eventuell vorhandene Polypen zu entfernen. Ein Darmpolyp kann entarten und zum Krebs werden.

Wirksamer Schutz gegen Darmkrebs

Mit regelmäßigen Darmspiegelungen – meist im Rhythmus von fünf Jahren – bestehe ein wirksamer Schutz gegen Darmkrebs, so Gerhard Haneklau, Geschäftsführer des Darmzen­trums Portal 10. Es führt im Jahr rund 16 000 Darmspiegelungelungen durch.

Die erfolgreiche Behandlung von Norbert Schmitter war übrigens eine Kombination aus Bestrahlung, Operation und anschließender Chemotherapie.

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