Ungewöhnliche Aktion
Ein Aschekreuz „to go“ zum Aschermittwoch

Münster -

Aschekreuz mal anders: Der Aschermittwoch läutet die Fastenzeit ein. Die Pfarrei St. Lamberti überraschte an dem Tag Passanten mit einem ungewöhnlichen Angebot.

Mittwoch, 06.03.2019, 17:19 Uhr
Pastor Ingo Struckamp (r.) und weitere Geistliche aus der Pfarrei St. Lamberti segneten am Aschermittwoch vor der Lambertikirche Passanten mit einem Aschekreuz.
Pastor Ingo Struckamp (r.) und weitere Geistliche aus der Pfarrei St. Lamberti segneten am Aschermittwoch vor der Lambertikirche Passanten mit einem Aschekreuz. Foto: Matthias Ahlke

„Coffee to go“ kennt jeder – Kaffee zum Mitnehmen halt. Aber „Aschekreuz to go“? Das gibt es am Mittwoch – am Aschermittwoch – vor St. Lamberti. An drei Stehtischen warten Geistliche aus der Pfarrei auf Passanten, die es nicht geschafft haben, sich diesen Segen in einem Gottesdienst abzuholen. Ein Aschekreuz im Vorbeigehen, sozusagen.

„Ich bin praktizierende Christin“, sagt Dagmar Bückmann. „Doch ich bin auch berufstätig und kann daher heute nicht in den Gottesdienst.“ Dass am Aschermittwoch Aschekreuze auch am Rande der Fußgängerzone verteilt werden, findet sie klasse. „Das Kreuz ist für mich der Einstieg in die Fastenzeit, in der ich bewusster durchs Leben gehen will.“

Zu hip? Nein!

Pastor Ingo Struckamp taucht einen Finger in den Aschetopf auf dem Stehtisch, zeichnet auf der Stirn von Dagmar Bückmann ein Kreuz nach und sagt: „Kehre um und glaube an das Evangelium.“

„Aschekreuz to go“ – ist diese Formulierung nicht ein bisschen zu hip? „Nein“, sagt Struckamp. „Ich habe Karneval in Reimen gepredigt und bin überzeugt, dass auch Jesus Humor hatte.“ Die Kirche gehe bei der Aktion auf die Menschen zu und zeige „gerade in der aktuellen Situation“, dass sie ihren Auftrag ernst nehme.

Kleine Schlangen bilden sich

„Kann man hier ein Aschekreuz abholen?“ fragt der nächste Passant. „Natürlich“, entgegnet Struckamp und wünscht während des Segens „gute Vorsätze für die heiligen 40 Tage“.

„Ich möchte die Fastenzeit zum Nachdenken nutzen“, sagt Bernd Wiesel. „Zum Beispiel darüber, was der Mensch ist. Das hier ist für mich heute der Einstieg.“ Wie er holen sich viele im Laufe des Vormittags und am Nachmittag ein Kreuz ab, zwischenzeitlich bilden sich sogar kleine Schlangen. Die Aktion wird bereits bei der Premiere zu einem Erfolg.

Nicht anbiedern

„Es geht heute locker zu, aber wir meinen es ernst“, betont Pfarrer Dr. Detlef Ziegler. Er wartet darauf, dass Passanten an seinen Stehtisch kommen, gezielt ansprechen will er sie nicht. „Ich möchte mich nicht anbiedern, die Menschen sollen sich freiwillig das Kreuz holen“, betont Ziegler.

Manche berichten, dass sie gezielt vorbeischauen, andere, dass sie zufällig auf die Aktion gestoßen seien. So wie Ruth Eibel. „Ich bin ganz spontan hier“, sagt sie. In der bevorstehenden Fastenzeit will sie sich nun darauf besinnen, „was im Leben wirklich wichtig ist“.

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