Umgang mit Digitalisierung an der Gesamtschule Münster Mitte
Werte im Online-Zeitalter

Münster -

Ständig online, aber anständig – Schüler der Gesamtschule Mitte lernen in Workshops mit Medienmachern, wie sie sich im Netz verhalten sollen. Dabei verrät Oberbürgermeister Lewe, mit welcher App er immer noch nicht umgehen kann.

Donnerstag, 07.03.2019, 10:00 Uhr aktualisiert: 07.03.2019, 16:46 Uhr
Start eines Pilotprojektes an der Gesamtschule Münster Mitte (v.l.): Edith Münsterteicher, Maximilian Janzen, Stefan Krause (BG 3000), Markus Lewe (Schirmherr und Oberbürgermeister), Kathi von Hagen (Schulleiterin), Andreas Kötter (West-Lotto), Leonie Zink und Jule Puffert.
Start eines Pilotprojektes an der Gesamtschule Münster Mitte (v.l.): Edith Münsterteicher, Maximilian Janzen, Stefan Krause (BG 3000), Markus Lewe (Schirmherr und Oberbürgermeister), Kathi von Hagen (Schulleiterin), Andreas Kötter (West-Lotto), Leonie Zink und Jule Puffert. Foto: Gesamtschule Mitte

„Wenn Politiker das Wort Digitalisierung in den Mund nehmen, beginnt oft das Bullshitting“, so Markus Lewe, Oberbürgermeister und Schirmherr des sogenannten „Smart Camp“, welches am Mittwoch an der Gesamtschule Münster Mitte mit rund 80 Schülern startete. Bis Freitag findet das Pilotprojekt der Bildungsinitiative „BG 3000“, die sich mit digitalen Bildungs- und Gesellschaftsthemen auseinandersetzt, in Kooperation mit West-Lotto und TÜV Rheinland unter dem Motto „Create & play responsibily“ statt.

„Snapchat habe ich bis heute nicht verstanden“, räumt Lewe ein. Um technische Kompetenzen wird es in den Workshops, die unter anderem zusammen mit Youtuber Manuel Senke stattfinden, aber auch gar nicht in erster Linie gehen.

In Medienrecht-Crashkursen und beim selbstständigen Produzieren von Videos sollen die Jugendlichen vielmehr lernen, wie man im Online-Zeitalter ein gewisses Wertesystem aufrechterhalten kann. „Jugendliche kennen sich mit den digitalen Medien viel besser aus, als wir Erwachsene“, deshalb müsse es laut Lewe stattdessen darum gehen, „den Heranwachsenden zu vermitteln, auch im Netz einen gewissen Stil zu pflegen. Dazu gehört, andere nicht zu verletzen und sich selbst präventiv zu schützen“.

Auch mit dem Thema Stress sollen sich Teenager beschäftigen, ergänzt Stefan Krause von der Initiative „BG 3000“. Für Jugendliche werde es immer wichtiger zu entscheiden, wann sie erreichbar sein müssen und wann sie offline sein dürfen. Bis jetzt haben erst wenige Schulen die Digitalisierung auf der Agenda. Dabei könne man mit der Prävention von Onlinesuchtverhalten nicht früh genug anfangen, meint der Geschäftsführer von West-Lotto, Andreas Kötter. Für das Unternehmen entstehe eine wachsende Verantwortung, da die Grenzen der Legalität von Glücksspiel in Zeiten des Internets immer mehr verschwimmen.

Schulleiterin Kathi von Hagen wünscht sich, dass das Thema als verpflichtender Bestandteil der Oberstufe eingeführt wird. Die Innovationsentscheidung, dass an ihrer Schule iPads im Unterricht benutzt werden dürfen, habe bislang auch niemand bereut. „Wenn drei Tage lang der normale Unterricht aussetzen soll, schluckt man als Schulleiterin schon erstmal. Aber es zahlt sich am Ende aus, denn das ist die Zukunft“, so ihre Überzeugung.

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